Deutsche Redaktion

Vize-Verteidigungsminister: Kein Grund, vor Putins Einberufung fliehende Russen nach Polen zu lassen

23.09.2022 20:00
Vor der Mobilisierung fliehende Russen hätten ihr Land nicht schon früher verlassen und "nicht protestiert als in der Ukraine Massengräber entdeckt wurden", stellte der stellvertretende Verteidigungsminister fest. 
Der Krieg in der Ukraine rckt ein ganzes Stck nher an die Bevlkerung heran.
Der Krieg in der Ukraine rückt ein ganzes Stück näher an die Bevölkerung heran.ALEXANDER NEMENOV/AFP/East News

"Eine solche Operation könnte eine ideale Gelegenheit für Russlands Sicherheitsdienste sein, Länder dazu zu bringen, ausländische Agenten aufzunehmen, die sich als Deserteure oder Flüchtlinge ausgeben", sagte der stellvertretende Verteidigungsminister Marcin Ociepa dem Privatsender Polsat News. Ociepa wies darauf hin, dass Polen und die baltischen Staaten vor kurzem im Interesse der nationalen Sicherheit die Einreise russischer Bürger über ihre Grenzen beschränkt hätten. "Es muss eine ernsthafte Rechtfertigung dafür geben, dass ein Land seine Migrationsbestimmungen lockert", sagte er.

Vor der Mobilisierung fliehende Russen hätten ihr Land nicht schon früher verlassen und "nicht protestiert, als in der Ukraine Massengräber entdeckt wurden", fügte der stellvertretende Verteidigungsminister hinzu. Dem Beamten zufolge können Russen "in die benachbarte Mongolei oder nach Kasachstan gehen". Es gebe überhaupt keinen Grund, sie in das Gebiet der Europäischen Union zu lassen, fügte er hinzu.

Viele russische Männer im kampffähigen Alter flüchten derzeit aus dem Land, um einer Einberufung durch Rekrutierungsoffiziere im Rahmen der ersten russischen Militärmobilisierung seit dem Zweiten Weltkrieg zu entgehen, berichtete die BBC.

Der ganze Text des Mobilisierungsbefehls bleibe jedoch geheim, so dass er nach Angaben des britischen Rundfunksenders BBC bei Bedarf erweitert werden könnte. Die unabhängige russische Online-Zeitung Meduza berichtete am Freitag unter Berufung auf eine dem russischen Verteidigungsministerium nahestehende Quelle, dass die russischen Behörden "1,2 Millionen Menschen für ihre 'Teilmobilisierung' einberufen wollen".

Russlands Präsident Wladimir Putin hat am Mittwoch angekündigt 300.000 Reservisten zu mobilisieren, um die russische Invasion in der Ukraine zu unterstützen. Er hat auch mit dem Einsatz von Atomwaffen zur Verteidigung seines Landes gedroht.


PAP, bbc.com, novayagazeta.eu, meduza.io/ps