Das Archiv umfasst Panufniks Korrespondenz, seine Programmnotizen, Abschriften seiner Interviews und Radiogespräche, Konzertprogramme, Fotografien und eine Vielzahl von Materialien, die sein Leben und seine musikalische Karriere dokumentieren. Es enthält auch Unterlagen zu einer Zeremonie, bei der der Komponist 1991 von Königin Elisabeth II. in den Ritterstand erhoben wurde.
Das Panufnik-Archiv wird Teil der Musikalischen Sammlung der Warschauer Universitätsbibliothek sein.
Die Musikwissenschaftlerin Beata Bolesławska-Lewandowska, die viel über Panufnik geschrieben hat, bezeichnete das Archiv als „eine unbezahlbare Sammlung und ein wunderbares Geschenk an Polen“.
Der 1914 in Warschau geborene Musiker, gehört zu den renommiertesten polnischen Komponisten. Während des Warschauer Aufstands 1944 wurden alle seine Kompositionen bei einem Brand zerstört. Die Jahre der deutschen Besatzung verbrachte er in Warschau und nahm an zahlreichen künstlerischen Veranstaltungen teil, unter anderem im Klavierduett mit Witold Lutosławski.
1954 verließ Andrzej Panufnik Polen aus Protest gegen die wachsende Unfreiheit unter dem Einfluss des Stalinismus und emigrierte nach England. In Polen wurde daraufhin nicht nur die Aufführung seiner Werke, sondern auch die Erwähnung seines Namens verboten. 1990 besuchte Panufnik Polen anlässlich des Warschauer Herbstfestivals erstmals nach 36 Jahren wieder. Ein Jahr später wurde der Komponist von Elisabeth II. in den Adelsstand erhoben.
Panufnik komponierte zahlreiche große Orchesterwerke, darunter zehn Sinfonien und Konzerte für Klavier, Violine, Fagott und Cello, außerdem drei Streichquartette und Vokalmusik.
Andrzej Panufnik ist am 27. Oktober 1991 im Alter von 77 Jahren in London gestorben.
PAP/jc