Deutsche Redaktion

Donald Tusk: „Wir werden gewinnen, abrechnen, Unrecht wiedergutmachen und uns versöhnen“

27.09.2023 12:58
Die Position Polens in Europa nach den Wahlen wiederherzustellen, habe oberste Priorität, sagte Donald Tusk in einem Interview für die Wochenzeitung Polityka. „Wir werden gewinnen, wir werden abrechnen, wir werden Unrecht wiedergutmachen, wir werden uns versöhnen“, erklärte der Vorsitzende der Bürgerplattform PO.
Der Marsch der Millionen Herzen ist fr den 1. Oktober angekndigt.
Der "Marsch der Millionen Herzen" ist für den 1. Oktober angekündigt. Quelle:_ marszmilionaserc.info

In einem am Mittwoch veröffentlichten Interview für Polityka sprach der PO-Chef Donald Tusk unter anderem über den für den 1. Oktober angekündigten "Marsch der Millionen Herzen", den "Visa-Skandal" und die Bedeutung der bevorstehenden Parlamentswahlen.

Die Hauptbotschaft des Marsches sei einfach, so Tusk: Wenn du Polen liebst, komm zum Marsch. […] Das Herz, das zu unserem Symbol geworden ist, hat keine Parteifarben, nur Rot und Weiß. Wir gehen nicht dorthin, um mit Parteien zu verhandeln, weder mit meiner noch mit einer anderen. Wir gehen alle zusammen dorthin, so wie wir es im Juni getan haben“, erklärte der Politiker. 

Die Polen seien es leid, dass man ihnen ihren Patriotismus verweigere, so der PO-Chef. „In den letzten Jahren hat ein seltsamer Kerl eine riesige Propagandamaschine benutzt, um Millionen von Menschen zu erzählen, dass sie kein Recht auf die Flagge, das Emblem, auf Polen haben. Im Juni sind mehr als eine halbe Million Menschen auf die Straße gegangen und haben gesagt: Das ist unsere Flagge, das ist unser Land, niemand hat das Recht, uns das wegzunehmen. Am 1. Oktober werden wir es wieder tun, nur lauter“, betonte Tusk und wies darauf hin, dass alle demokratischen Parteien zum Marsch am Sonntag eingeladen hätten. Auch die Linke habe zugesagt. 

Auf die Frage, wie er den Zustand Polens zum jetzigen Zeitpunkt bewerten würde, antwortete Tusk: „Chaos, Gefühllosigkeit, Vergeudung von Chancen, allgegenwärtige Korruption, Einsamkeit, Identitätssuche in der Rückständigkeit und ein immer größerer russischer Einfluss an der Spitze der Macht“ — All dies werde immer deutlicher. „Wären die Zeiten anders, gäbe es keine EU, keine NATO, hätten wir nur räuberische Nachbarn um uns herum, hätte unsere Staatlichkeit die PiS-Herrschaft nicht überlebt. Glücklicherweise sind die Dinge anders, und wir haben die Chance, diesen Zusammenbruch zu verhindern", fasste Tusk zusammen.

PAP/js