Unter den in Deutschland lebenden Polen herrsche ein „enormes Interesse" an den Wahlen, teilte die polnische Botschaft in Berlin am Sonntag mit. Mehr als 108.000 polnische Bürger hätten sich über ein Online-Formular für die Wahl registriert. Weitere meldeten sich auf dem traditionellen Postweg an. Wie die Behörden mitteilten, wurden insgesamt 47 Wahllokale in Deutschland eingerichtet, u.a. in Berlin, Köln, Hamburg, München, Frankfurt, Nürnberg und Hannover. Sie waren von 7.00 bis 21.00 Uhr geöffnet.
Großbritannien: Rekordzahl von Wählern
In Großbritannien registrierte sich eine Rekordzahl von 160.772 polnischen Bürgern, um in einem der 77 Wahllokale ihre Stimme abzugeben, berichtete PAP. Es seien fast 63.000 Menschen mehr als bei den Parlamentswahlen 2019 gewesen. Von den 77 Wahllokalen befanden sich 51 in England, darunter 19 in London, 10 in Schottland, vier in Nordirland und zwei in Wales.
Viele Wähler in Belgien und Portugal
In Belgien hatten sich mehr als 20.600 Polen für die Parlamentswahlen registriert, doppelt so viele wie vier Jahre zuvor, gab die Nachrichtenagentur des Polnischen Rundfunks IAR bekannt. Nach offiziellen Angaben konnten sie in 11 Wahllokalen, darunter sieben in Brüssel, ihre Stimme abgeben.
Laut IAR haben sich insgesamt 3.900 Polen aus Portugal zur Wahl angemeldet. Aufgrund der erwarteten Wahlbeteiligung mussten die Behörden drei Wahllokale einrichten, „anstatt zwei wie 2019“, sagte ein Sprecher der polnischen Botschaft in Lissabon. Die Polen konnten sowohl in der portugiesischen Hauptstadt als auch in Porto und in Linda-a-Velha in der Nähe von Lissabon wählen.
Keine Stimmabgabe in der Ukraine
In der Ukraine konnten die polnischen Parlamentswahlen wegen der anhaltenden russischen Invasion nicht abgehalten werden, erklärte der polnische Botschafter in Kiew, gegenüber PAP. Viele Polen in der Ukraine lebenden oder arbeitenden Polen seien in ihr Heimatland zurückgereist, um am Sonntag ihre Stimme abzugeben, teilte Bartosz Cichocki mit.
Die polnischen Parlamentswahlen fanden am Sonntag zusammen mit einem Referendum zu Themen wie Migration und Rentenalter statt.
PAP/ps