Deutsche Redaktion

Antisemitische Parolen auf Warschauer Demo

23.10.2023 10:40
Bei einer pro-palästinensischen Demonstration in Warschau äußerten Teilnehmer antisemitische Parolen. 
Die Teilnehmer trugen palstinensische Flaggen und Transparente, die ein Ende des Vlkermords an den Palstinensern und ein freies Palstina forderten.
Die Teilnehmer trugen palästinensische Flaggen und Transparente, die ein Ende des "Völkermords an den Palästinensern" und ein freies Palästina forderten.Radek Pietruszka/PAP

Die Kundgebung wurde vom Warschauer Rathaus unter der Voraussetzung genehmigt, dass es zu keinen antisemitischen Ausrufen und dem Entrollen dergleichen Plakate kommen würde. Doch die Teilnehmenden missachteten dies: "Haltet die Welt sauber", stand auf einem der Plakate mit der Zeichnung eines Papierkorbs und einer israelischen Flagge darin. Die Teilnehmer trugen auch palästinensische Flaggen und Transparente, die ein Ende des "Völkermords an den Palästinensern" und ein freies Palästina forderten.

Das Präsidialamt verurteilte am Sonntag in einer Erklärung auf der Plattform X, die antisemitischen Parolen auf dem Marsch. „Im Gedenken an die Ermordeten des Holocausts können wir Polen niemals eine Manifestation von Antisemitismus in irgendeiner Form hinnehmen, und jedes Anzeichen davon löst unsere tiefe Empörung aus“, so das Präsidialamt.

„Polen wird keine Äußerungen des Hasses gegen irgendjemanden akzeptieren. Sie stehen in völligem Gegensatz zu den Werten, auf denen die Republik Polen beruht.“

Die israelische Botschaft forderte in einem Tweet, die polnische Polizei und die Medizinische Universität Warschau, an der die Person, die das antisemitische Plakat trug, ein Student sein soll, zum Handeln auf. „Die polnische Polizei @PolskaPolicja und die Medizinische Universität Warschau müssen handeln“, schrieb die Botschaft. „Kein Platz für Antisemiten!“

Die Medizinische Universität Warschau erklärte am Sonntag in einem Facebook-Post: „Wir verurteilen unmissverständlich alle Formen des Hasses, einschließlich des Hasses aus Gründen der Nationalität oder Rasse. Der Vorfall ereignete sich außerhalb der Medizinischen Universität. Die Universitätsbehörden haben die gesetzlich vorgesehenen Maßnahmen ergriffen.“

Der Marsch am Samstag in Warschau war eine von vielen pro-palästinensischen Demonstrationen, die in vielen Ländern Europas und der Welt als Reaktion auf die israelischen Luftangriffe auf die palästinensische Enklave Gaza organisiert wurden. Nach Angaben der Behörden in Gaza wurden seit Beginn des Krieges in dem Gebiet mehr als 4380 Menschen getötet und über 13600 verletzt.

Während des Angriffs der Hamas am 7. Oktober wurden in Israel über 1400 Menschen getötet. Mindestens 203 Zivilisten wurden entführt.


PAP/jc