Deutsche Redaktion

Taktische Atomwaffen an der Grenze zu Finnland?

24.04.2024 07:00
Russland hat Iskander-M-Raketensysteme in der Nähe der finnischen Grenze stationiert. Wie die Moscow Times schreibt, können diese taktische Atomwaffen tragen. Der Schritt sei eine Reaktion auf den NATO-Beitritt Finnlands.
Zestawy systemu Iskander
Zestawy systemu IskanderShutterstock

Das Portal nennt keine Quelle für Informationen über vermutliche Atomsprengköpfe und zitiert nur eine vor einigen Tagen in der russischen Zeitung Iswestija erschienene Meldung. Demzufolge habe der Kreml unter Berufung auf anonyme Quellen im russischen Verteidigungsministerium Iskander-M-Systeme nach Karelien nahe der finnischen Grenze verlegt. „Experten bezeichnen die Verstärkung der nordwestlichen Grenze als angemessene Reaktion auf den NATO-Beitritt Finnlands", schrieb Iswestia. Die Moscow Times fügt hinzu, dass die Iskander-M sowohl Marschflugkörper als auch ballistische Raketen, einschließlich solcher mit Atomsprengköpfen, tragen können.

Der Militäranalyst Mariusz Cielma schätzte in einer Aussage gegenüber der polnische Presseagentur PAP ein, da es dort Iskander gibt, befinden sich dort wahrscheinlich auch Atomsprengköpfe". Gleichzeitig betonte er, dass sich die Raketen schon früher in der Region befanden und die aktuellen Medienberichte ein Ausdruck des „typischen russischen Drucks" seien. „Russland hat die Trägersysteme vielleicht um 100 Kilometer verlegt. Zuvor gehörten solche Systeme zur Bewaffnung der 26. Brigade der Raketentruppen in der Nähe von St. Petersburg", so Cielma. Seiner Einschätzung nach könnten Sprengköpfe mit taktischen Atomwaffen in Luga gelagert werden, wo die 26. Brigade stationiert ist.

PAP/ps