Bei den Feierlichkeiten auf dem Kiewer Sofienplatz am Samstag hat neben Carney auch der amerikanische Sondergesandte Keith Kellogg teilgenommen. Der US-General wurde von Präsident Wolodymyr Selenskyj mit dem ukrainischen Verdienstorden erster Klasse ausgezeichnet.
Kellogg führte am Rande seiner Visite Gespräche über Sicherheitsgarantien mit der ukrainischen Führung. An den Beratungen nahmen Verteidigungsminister Rustem Umierow, Kanzleichef Andrij Jermak, Generalstabschef Andrij Hnatow sowie Vize-Außenminister Serhij Kyslyzja teil. "Der systematische Dialog mit den USA ist entscheidend für unsere Verteidigungsfähigkeit", betonte Umierow.
Trump und Rubio bekräftigen Unterstützung für ukrainische Souveränität
Trump, der zuletzt wegen des weitgehend ergebnislosen Alaska-Gipfels mit Putin in der Kritik stand, richtete in einem Brief an Selenskyj warme Worte an das ukrainische Volk. "Ihr unbeugsamer Geist und eure Opferbereitschaft verdienen Respekt", schrieb der US-Präsident. Er bekräftigte die amerikanische Unterstützung für eine Friedenslösung, die Ukraines Souveränität schütze. "Es ist Zeit, das sinnlose Töten zu beenden."
Außenminister Marco Rubio unterstrich die langfristige US-Verpflichtung: "Wir glauben an eine Vereinbarung, die Ukraines Souveränität schützt, ihre langfristige Sicherheit garantiert und zu dauerhaftem Frieden führt."
Neue Wirtschaftsabkommen mit Kanada
Kanada und die Ukraine unterzeichneten indes am Sonntag neue Wirtschaftsabkommen. Bis Jahresende soll eine neue Industriestrategie verabschiedet und ein Abkommen über geologische Exploration geschlossen werden, kündigte Premierministerin Julia Swyrydenko an. "Wir brauchen einen oder zwei bahnbrechende Deals als Signal für private Investoren", sagte sie mit Blick auf die Bereiche LNG und Gasinfrastruktur. Kanada und die Ukraine arbeiten zudem an gemeinsamen Projekten für psychische Gesundheit und Rehabilitation von Kriegsveteranen.
Kiew fordert weitere Sanktionen gegen Russland
Selenskyj dankte für die Unterstützung, bekräftigte aber Skepsis gegenüber russischen Friedenssignalen. "Wir sind zu Gesprächen bereit, glauben aber nicht an russische Friedenstauben", sagte er bei seiner Rede vor ukrainischen Soldaten. Er betonte die Bedeutung westlicher Sicherheitsgarantien für eine Nachkriegsordnung.
Die ukrainische Regierung forderte zudem verschärfte Sanktionen gegen Russland. "Die bisherigen Sanktionen haben Moskau über 160 Milliarden Dollar gekostet, aber das reicht nicht", erklärte Swyrydenko. Russland produziere weiterhin Raketen und Drohnen. Die Koordination zwischen den Partnern sei entscheidend für die Wirksamkeit der Strafmaßnahmen.
IAR/adn