Deutsche Redaktion

Präsidialkanzlei: Nawrocki hat Trump vor mangelnder Verlässlichkeit Russlands gewarnt

30.12.2025 10:39
Präsidentenberater Marcin Przydacz sagte im Gespräch mit Polsat News, entscheidend sei, Trump frühzeitig für die Risiken im Umgang mit Russland zu sensibilisieren.
Posen, 27.12.2025. Der Prsident der Republik Polen Karol Nawrocki hlt eine Rede whrend der Feierlichkeiten am Denkmal des 15. Ulanenregiments in Posen am 27. dieses Monats. Derzeit finden die Feierlichkeiten zum 107. Jahrestag des Ausbruchs des Gropolnischen Aufstands statt. (mr) PAPJakub Kaczmarczyk
Posen, 27.12.2025. Der Präsident der Republik Polen Karol Nawrocki hält eine Rede während der Feierlichkeiten am Denkmal des 15. Ulanenregiments in Posen am 27. dieses Monats. Derzeit finden die Feierlichkeiten zum 107. Jahrestag des Ausbruchs des Großpolnischen Aufstands statt. (mr) PAP/Jakub KaczmarczykPAP/Jakub Kaczmarczyk

Polens Präsident Karol Nawrocki hat US-Präsident Donald Trump in der neuerlichen Videokonferenz mit internationalen Partnern vor mangelnder Verlässlichkeit Russlands gewarnt. Wie der Leiter des Büros für internationale Politik, Marcin Przydacz, erläuterte, machte Nawrocki deutlich, dass Moskau Vereinbarungen regelmäßig missachte und Präsident Wladimir Putin kein vertrauenswürdiger Verhandlungspartner sei.

Die Schalte folgte dem Treffen Trumps mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in Florida, bei dem Optionen zur Beendigung des Kriegs erörtert wurden. Nawrocki verwies dabei auf die Bedeutung Polens für einen künftigen Friedensprozess, insbesondere wegen des logistischen Drehkreuzes bei Rzeszów.

"Trump frühzeitig sensibilisieren"

Przydacz sagte im Gespräch mit Polsat News, entscheidend sei, Trump frühzeitig für die Risiken im Umgang mit Russland zu sensibilisieren. Je mehr vertrauenswürdige Stimmen ein realistisches Bild der russischen Politik vermittelten, desto geringer sei der Einfluss prorussischer Positionen.

Der Berater ging zudem auf die innerpolnische Debatte über Personalfragen in den Sicherheitsdiensten ein. Die von Verteidigungsminister Władysław Kosiniak-Kamysz und Koordinationsminister Tomasz Siemoniak vorgeschlagene gemeinsame Besprechung mit dem Präsidenten könne zu einer Entspannung beitragen. Zugleich stellte Przydacz die vorherige öffentliche Zuspitzung infrage und zeigte sich zuversichtlich, dass eine Lösung rasch möglich sei, sofern vollständige Informationen beim Präsidenten einträfen.

Streit um Botschafternominierungen: "Zusammenarbeit mit Auswärtigem Amt bisher schwierig

Mit Blick auf das Außenministerium äußerte Przydacz Zweifel, ob ein Treffen zwischen Präsident Nawrocki und Ressortchef Radosław Sikorski Fortschritte bei den stockenden Botschafternominierungen bringen werde. Die Zusammenarbeit sei bislang schwierig verlaufen.

Der Streit über die Besetzung polnischer Auslandsvertretungen dauert seit 2024 an. Nach der Entscheidung des Außenministeriums, zahlreiche Botschafter abzuberufen und Kandidatenlisten zu verändern, kam es zu Differenzen mit dem damaligen Präsidenten. In mehreren Missionen arbeiten seither Gesandte ohne Botschafterstatus. Präsident Nawrocki lehnt insbesondere die geplanten Ernennungen von Bogdan Klich in Washington und Ryszard Schnepf in Rom ab.

PAP/adn

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