Deutsche Redaktion

Trump: Amerika wird die westliche Hemisphäre überwachen

04.01.2026 08:00
Die amerikanische Vorherrschaft in der westlichen Hemisphäre werde nicht länger infrage gestellt, sagte US-Präsident Donald Trump am Samstag. Er kündigte zudem die Rückkehr amerikanischer Ölkonzerne nach Venezuela an und warnte weitere Verbündete des gefassten venezolanischen Machthabers Nicolás Maduro, sie könnten sein Schicksal teilen.
US-Prsident Donald Trump (r.) beobachtet gemeinsam mit US-Verteidigungsminister Pete Hegseth (l.) und CIA-Direktor John Ratcliffe (M.) die Operation Absolute Resolve, den US-Einsatz, bei dem der venezolanische Prsident Nicols Maduro gefasst wurde, in Mar-a-Lago in Palm Beach, Florida, USA, am 3. Januar 2026. Prsident Trump kndigte anschliee
US-Präsident Donald Trump (r.) beobachtet gemeinsam mit US-Verteidigungsminister Pete Hegseth (l.) und CIA-Direktor John Ratcliffe (M.) die „Operation Absolute Resolve“, den US-Einsatz, bei dem der venezolanische Präsident Nicolás Maduro gefasst wurde, in Mar-a-Lago in Palm Beach, Florida, USA, am 3. Januar 2026. Präsident Trump kündigte anschließe EPA/WHITE HOUSE PRESS OFFICE HANDOUT

„Wir sind zu einem zweiten Angriff bereit“, sagte Donald Trump am Samstag auf einer Pressekonferenz in Mar-a-Lago. Der US-Präsident räumte zudem ein, dass Amerika Venezuela führen werde, bis die Macht ordnungsgemäß übergeben sei. Die USA haben Venezuela in der Nacht von Freitag auf Samstag angegriffen und Nicolás Maduro gemeinsam mit seiner Ehefrau Cilia Flores festgenommen. In den USA werden ihnen Straftaten im Zusammenhang mit Drogenhandel und Terrorismus vorgeworfen. Sie sollen in New York vor Gericht gestellt werden.

„Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit für das großartige Volk Venezuelas"
Wir sind zu einem zweiten Angriff bereit, falls eine zweite Welle notwendig sein sollte. Der erste Angriff – die ‚erste Welle‘ – war ein so großer Erfolg, dass wir vermutlich kein zweites Mal zuschlagen müssen, aber wir haben eine ‚zweite Welle‘ vorbereitet“, erklärte Trump vor Reportern.

Dem US-Präsidenten zufolge würden die Vereinigten Staaten alle Militäroperationen aufrechterhalten, bis sämtliche Forderungen der USA erfüllt seien. Wie Trump betonte, wolle er „Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit für das großartige Volk Venezuelas, einschließlich der vielen Venezolaner, die derzeit in den Vereinigten Staaten leben und in ihr Land zurückkehren möchten“.

Der US-Präsident erklärte außerdem, der Angriff auf Caracas sei eine Operation gewesen, wie man sie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr gesehen habe. Die US-Dienste hätten während des Einsatzes die Lichter in der venezolanischen Hauptstadt Caracas ausgeschaltet.

„Wir werden Venezuela regieren“

Die Vereinigten Staaten würden Venezuela so lange regieren, bis eine geordnete Machtübergabe möglich sei, erklärte der US-Präsident. US-Außenminister Marco Rubio werde an den Einzelheiten arbeiten. Trump nach, sei zudem Venezuelas Vizepräsidentin Delcy Rodríguez bereit, „das zu tun, was notwendig ist, um Venezuela wieder groß zu machen“. „Sie wurde gerade vereidigt,aber wie Sie wissen, wurde sie von Maduro ausgewählt. Marco [Rubio] arbeitet direkt daran. Er hat gerade mit ihr gesprochen, und im Grunde ist sie bereit, das zu tun, was wir für notwendig halten, um Venezuela wieder groß zu machen“, so Trump. Dem US-Präsidenten nach, werde Venezuela von einer von den USA ausgewählten „Gruppe“ geführt. Die Namen der Beamten, die die Macht übernehmen sollen, würden in Kürze bekannt gegeben.

Amerika wird über die westliche Hemisphäre wachen
Der US-Präsident kündigte die Rückkehr US-amerikanischer Ölunternehmen nach Venezuela an und warnte weitere Verbündete des gefassten Machthabers Nicolás Maduro, sie könnten sein Schicksal teilen. Trump wirft dem venezolanischen Regime vor, Amerika bestohlen zu haben. Dabei verwies er auf die Verstaatlichung des Ölsektors durch Maduros Vorgänger Hugo Chávez. „Das hätte ich nicht zugelassen (…) Amerika wird niemals zulassen, dass fremde Mächte unsere Nation ausplündern oder uns zwingen, uns aus unserer Hemisphäre zurückzuziehen“, sagte Trump.

Zugleich kündigte er die Rückkehr US-amerikanischer Unternehmen nach Venezuela an. Das Ölembargo gegen das Land solle jedoch vorerst in Kraft bleiben. Trump erklärte zudem, Amerika werde die westliche Hemisphäre als seine eigene Region überwachen. „Nach unserer neuen Nationalen Sicherheitsstrategie wird die amerikanische Dominanz in der westlichen Hemisphäre niemals wieder infrage gestellt werden“, betonte Trump.

USA greifen Venezuela an
Am Samstag gegen 7.00 Uhr polnischer Zeit waren in der venezolanischen Hauptstadt Caracas Explosionen und tief fliegende Hubschrauber zu hören. Die Behörden des südamerikanischen Landes warfen den USA einen Angriff vor und haben den Ausnahmezustand verhängt. Medienberichten zufolge wurde unter anderem das Fort Tiuna in Caracas angegriffen, in dem das Verteidigungsministerium untergebracht ist, berichtete das Portal Infobae.

Zu den mutmaßlichen Zielen gehörten auch der Luftwaffenstützpunkt La Carlota in der Hauptstadt sowie eine Militärschule in der Stadt La Guaira. Die venezolanischen Behörden haben Opfer unter Soldaten und Zivilisten gemeldet. Wenige Stunden später bestätigte US-Präsident Donald Trump in einem Beitrag auf seiner Medienplattform Truth Social, die Vereinigten Staaten würden hinter dem Angriff auf Venezuela stehen. Nicolás Maduro und seine Ehefrau Cilia Flores seien festgenommen und außer Landes gebracht worden.

Bei der Operation sei kein einziger US-Soldat ums Leben gekommen, bestätigte Trump am Samstag. Maduro und seine Ehefrau seien in den USA wegen Straftaten im Zusammenhang mit Drogenhandel und Terrorismus angeklagt worden, teilte US-Justizministerin Pam Bondi mit. Sie sollen in New York vor Gericht gestellt werden.

PAP/RMF24/Reuters/ps

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