Eine gewaltsame Übernahme Grönlands durch die USA würde nach Einschätzung des EU-Kommissars für Verteidigung und Weltraum, Andrius Kubilius, das westliche Bündnis schwer erschüttern. „Wenn es dazu käme – auch wenn ich nicht glaube, dass so etwas möglich ist – wäre das faktisch das Ende der transatlantischen Beziehungen und der NATO“, sagte der Litauer dem öffentlich-rechtlichen Sender LRT.
Kubilius reagierte damit auf Äußerungen der dänischen Ministerpräsidentin Mette Frederiksen, die ein erzwungenes US-Vorgehen gegen Grönland als „Ende von allem, einschließlich des Nordatlantikpakts“ bezeichnet hatte. Grönland ist ein autonomes Gebiet innerhalb des Königreichs Dänemark und wegen seiner Lage im Nordatlantik von großer strategischer Bedeutung.
Nach Ansicht des Kommissars ist sich die US-Regierung der Folgen eines solchen Schrittes bewusst. Wenn Washington die Sicherheit Grönlands oder des gesamten Nordatlantikraums stärken wolle, könne es dies über eine Verstärkung der bereits vorhandenen Militärpräsenz tun. „Diese Möglichkeiten bestehen längst. Es gibt keinen Bedarf, mit einer Übernahme Grönlands zu drohen oder Angst zu erzeugen“, sagte Kubilius.
Zugleich äußerte er die Hoffnung, dass sich in den USA ein rationaler und verlässlicher Umgang mit Verbündeten durchsetze.
Auslöser der Debatte sind jüngste Aussagen von US-Präsident Donald Trump. Er hatte am Sonntag erneut gefordert, Grönland solle Teil der Vereinigten Staaten werden, und dies mit der besonderen Bedeutung der Insel für die nationale Sicherheit der USA begründet.
IAR/adn