Deutsche Redaktion

Tusk nach Treffen mit Nawrocki: „Wir werden versuchen, eine gemeinsame Linie zu verfolgen“

09.01.2026 15:50
Ministerpräsident Donald Tusk kündigte nach seinem Treffen mit Präsident Karol Nawrocki im Präsidentenpalast eine enge Zusammenarbeit in Sicherheitsfragen an. Wie er betonte, sollen Fragen der Ukraine, Russlands und der Verteidigung aus den laufenden politischen Streit herausgenommen und zu einer gemeinsamen Linie des gesamten Staates werden.
Premier Donald Tusk (l.) und Prsident Karol Nawrocki
Premier Donald Tusk (l.) und Präsident Karol NawrockiTomasz Jastrzebowski/REPORTER/EAST NEWS

Am Freitagnachmittag hat sich Donald Tusk im Präsidentenpalast mit Präsident Karol Nawrocki gertroffen. Nach Abschluss der Gespräche sagte der Ministerpräsident auf einer Pressekonferenz, das Treffen habe unter anderem der Lage in der Ukraine gegolten. Er begrüßte die Erklärung des Präsidenten, in Fragen der Sicherheit „derselben Auffassung“ zu sein. „Wir nehmen die Themen Ukraine, Russland, militärische Sicherheit und die Sicherheit Polens aus den politischen Auseinandersetzungen und dem innenpolitischen Streit heraus. Das muss unser gemeinsames Handeln sein“, betonte Tusk.

„Daher werden wir sowohl in den Bereichen, in denen auch der Präsident eine Stimme hat, als auch bei allem, was die polnische Regierung unternimmt, gemeinsam mit Präsident Nawrocki versuchen, eine einheitliche Linie des gesamten polnischen Staates in Sicherheitsfragen zu gestalten“, fuhr Tusk fort. Er fügte hinzu, man habe vereinbart, dass Dokumente zum Frieden in der Ukraine eine Debatte im Sejm sowie die Unterschrift des Präsidenten erfordern würden. „Wir haben außerdem festgelegt, dass wir gemeinsam für ein gutes Ansehen Polens im Zusammenhang mit der Teilnahme am G-20-Gipfel arbeiten werden“, sagte er. Der Ministerpräsident erklärte zudem, die Gesprächsatmosphäre sei „sehr gut“ gewesen. „Etwas von der weihnachtlichen Stimmung ist geblieben“, fügte er hinzu.

Der Sprecher des Präsidenten teilte nach dem Treffen mit, Nawrocki und Tusk hätten über die Bedingungen für einen Frieden in der Ukraine sowie über die Zusammenarbeit „in den für die Republik Polen wichtigsten Fragen, insbesondere in Sicherheitsangelegenheiten“, gesprochen. Der Präsident und Ministerpräsident hätten dabei ihre jeweiligen Aufgaben festgelegt. Das Staatsoberhaupt werde sich um die Beziehungen zum amerikanischen Verbündeten kümmern, während der Regierungschef für Gespräche mit den europäischen Führungsspitzen verantwortlich sein werde, darunter auch mit Vertretern der sogenannten „Koalition der Willigen“, hieß es.

PR/ps

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