Deutsche Redaktion

Polen könnte Russland Rechnung für gigantische Verluste nach der UdSSR ausstellen

14.01.2026 12:50
Polen hat seine Forderungen gegenüber Russland nie aufgegeben, betont das Außenministerium. Das Ausmaß der Kreml-Plünderungen versucht das Institut für Kriegsverluste zu erfassen, berichtete die Zeitung „Rzeczpospolita“ am Mittwoch.
Das Institut fr Kriegsverluste werde in der ersten Hlfte dieses Jahres in Zusammenarbeit mit der Warschauer Wirtschaftsuniversitt SGH ein Seminar zur Methodik der Bewertung verschiedener Kategorien von Vermgenswerten organisieren, teilte der Direktor mit.
Das Institut für Kriegsverluste werde in der ersten Hälfte dieses Jahres in Zusammenarbeit mit der Warschauer Wirtschaftsuniversität SGH ein Seminar zur Methodik der Bewertung verschiedener Kategorien von Vermögenswerten organisieren, teilte der Direktor mit. PHOTOCREO Michal Bednarek/Shutterstock

Wie „Rz“ unter Berufung auf den Direktor des Instituts für Kriegsverluste, Dr. Bartosz Gondek, schrieb, führe die Einrichtung bereits Forschungen zu den Verlusten durch, die Polen „infolge der Aggression der UdSSR im September 1939, der dauerhaften Annexion der östlichen Vorkriegs-Woiwodschaften sowie der langfristigen negativen wirtschaftlichen und sozialen Folgen der sowjetischen Vorherrschaft über Polen in der Nachkriegszeit“ erlitten habe. Die Untersuchungen werden derzeit von einem Team aus acht Wissenschaftlern des Instituts durchgeführt.

Auf die Frage, wann mit den abschließenden Ergebnissen und dem sogenannten Ostbericht zu rechnen sei, erklärte Gondek, man müsse sich "angesichts des äußerst breiten und komplexen Themenfeldes, das unter anderem Quellenforschungen in in- und ausländischen Archiven, darunter auch in postsowjetischen Archiven, sowie eine sorgfältige und detaillierte Analyse umfasst, darüber im Klaren sein, dass die Erarbeitung des Ostberichts ein mehrjähriger Prozess sei. Die Aufgabe sei deutlich schwieriger als die Untersuchungen zu den deutschen Verlusten, da während der jahrzehntelangen Präsenz und Einflussnahme der UdSSR in Polen ein erheblicher Teil der Dokumentation zerstört, verfälscht oder bewusst verborgen worden ist". Der Zugang zu Archiven in Weißrussland und der Ukraine sei ebenfalls problemhaft.

Das Institut für Kriegsverluste werde in der ersten Hälfte dieses Jahres in Zusammenarbeit mit der Warschauer Wirtschaftsuniversität SGH ein Seminar zur Methodik der Bewertung verschiedener Kategorien von Vermögenswerten organisieren, teilte der Direktor mit. Parallel dazu würden Publikationen zum Verlust immaterieller Güter vorbereitet, deren Wert sich nicht unmittelbar finanziell umrechnen lasse. Dies betreffe insbesondere lokale soziale und kulturelle Identitäten in den östlichen Grenzgebieten sowie die Möglichkeiten ihrer teilweisen Fortführung und Anpassung in den sogenannten Westgebieten, fügte der Leiter des Instituts für Kriegsverluste hinzu.

PAP/dziennik/ps

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