Vize-Außenminister Paweł Zalewski hat am Donnerstag in einem Gespräch mit dem Sender TVP World über die Entscheidung der polnischen Regierung gesprochen, der Ukraine weitere MiG-29-Kampfjets zu übergeben. Auf die Frage, ob Kiew das Angebot angenommen habe, sagte der Vizeaußenminister, er „glaube, dass die Ukrainer sich für eine Annahme entschieden haben“. Zu klären seien noch technische Fragen. Polen warte nun auf eine Antwort des ukrainischen Verteidigungsministeriums. Die erste Tranche der Kampfflugzeuge soll „weniger als zehn“ Maschinen umfassen.
Debatte über die Übergabe von MiG-Jets
Die Idee, der Ukraine weitere MiG-29-Kampfjets zu überlassen, kam bereits im vergangenen Jahr auf. Der stellvertretende Verteidigungsminister Cezary Tomczyk erklärte im Dezember, es gehe um sechs bis acht Maschinen von insgesamt 14, die sich derzeit im Besitz Polens befinden und Ende Dezember aus den Streitkräften ausgemustert werden müssen. Zum Jahresende seien die Nutzungsgrenzen dieser Flugzeuge erreicht worden. „Diese Maschinen scheiden Ende Dezember aus dem Dienst in den polnischen Streitkräften aus. Sie können ins Museum gehen, verkauft oder verschrottet werden – oder sie können in die Ukraine gehen und helfen, unsere Feinde zu bekämpfen. Meiner Meinung nach ist die Sache ziemlich eindeutig“, sagte Tomczyk damals.
Der polnische Vizepremier und Verteidigungsminister Władysław Kosiniak-Kamysz erklärte, dass im Gegenzug für die Übergabe der MiG-29-Kampfjets an die Ukraine Polen möglicherweise von den Ukrainern während der russischen Invasion entwickelte Drohnentechnologien erhalten könnte. Zuvor hatte Polen bereits 14 MiG-29-Jets an die Ukraine übergeben, die Slowakei 13. Die ukrainischen Luftstreitkräfte nutzen diese Flugzeuge zur Überwachung des Luftraums, zur Bekämpfung von Marschflugkörpern und Drohnen sowie für Angriffe auf Bodenziele.
RMF24/ps