Deutsche Redaktion

Zölle, Geheimdienste, Grönland: Transatlantisches Verhältnis unter Druck

20.01.2026 12:04
Britische Medien sprechen von der schwersten Vertrauenskrise seit Jahren. Zugleich wächst in der Bevölkerung die Kritik an Trumps Drohungen
Spadające notowania Donalda Trumpa
Spadające notowania Donalda Trumpa Foto: Alex Brandon/Associated Press/East News

Die transatlantischen Beziehungen erleben eine neue Phase der Verunsicherung. US-Präsident Donald Trump setzt Europa mit Drohungen, Zöllen und öffentlichen Provokationen unter Druck – und stößt damit unter anderem in Großbritannien und Frankreich auf wachsenden Widerstand.

Wachsende Skepsis in London

In London wächst die Skepsis gegenüber Washington. Die zeitweise Einschränkung des Geheimdienstaustauschs mit den USA gilt als deutliches Signal, auch wenn die Regierung betont, die strategische Partnerschaft bleibe bestehen. Britische Medien sprechen von der schwersten Vertrauenskrise seit Jahren. Zugleich wächst in der Bevölkerung die Kritik an Trumps Drohungen, Zölle gegen NATO-Partner zu verhängen. Selbst die geplante USA-Reise von König Charles III. wird öffentlich infrage gestellt.

Empörung in Frankreich

Frankreich reagierte empört auf Trumps Ankündigung massiver Strafzölle auf französische Weine und Champagner. Auslöser war die Weigerung von Paris, sich einer von Washington initiierten „Ratsinitiative“ zum Gazastreifen anzuschließen. Zusätzlich sorgte die Veröffentlichung einer privaten Nachricht von Präsident Macron für diplomatische Verstimmung. „Mein Freund, in Bezug auf Syrien sind wir uns völlig einig. Wir können in Bezug auf den Iran Großes erreichen. Ich verstehe nicht, was Sie in Bezug auf Grönland tun“, klingt ein Teil der Nachricht, die Trump auf seiner Plattform Truth Social veröffentlichte. Der Élysée-Palast bestätigte die Authentizität der Nachricht und sprach von einer nicht akzeptablen Form politischer Kommunikation.

Der US-Präsident hatte vor seiner Abreise nach Davos seine Zoll-Drohungen an mehrere europäische Staaten bekräftigt, sollten sie sich seinen Plänen zur Übernahme Grönlands widersetzen. 

IAR/adn

„Für Grönland kämpfen" oder „unter die Goldene Kuppel"?

19.01.2026 12:51
Der Streit um Grönland zwischen den USA und Europa dominiert die polnischen Zeitungskommentare. Während einige Publizisten die europäische Verteidigung der arktischen Insel als absurd bezeichnen, warnen andere vor den deutschen Hintergedanken in diesem Konflikt. Sollte sich Polen in den transatlantischen Streit hineinziehen lassen? Welche Rolle spielen die neuen bilateralen Verteidigungsverträge? Und: Was plant Washington für das Weltwirtschaftsforum in Davos? Mehr dazu in der Presseschau.

Trump verlangt vollständige Kontrolle über Grönland

19.01.2026 16:54
US-Präsident Donald Trump hat in einem Schreiben an den norwegischen Ministerpräsidenten Jonas Gahr Støre erklärt, die Welt werde „nicht sicher sein“, solange die Vereinigten Staaten nicht die vollständige Kontrolle über Grönland hätten. Zugleich zeigte sich Trump verärgert darüber, dass ihm der Friedensnobelpreis nicht verliehen worden sei.

Präsident vor Davos-Besuch: Unterstützung für international tätige polnische Firmen

19.01.2026 17:00
Polens Präsident hat am Montag mit Führungskräften heimischer Unternehmen mit internationaler Präsenz gesprochen. Er sagte ihnen umfassende Unterstützung zu, auch im Zusammenhang mit dem Weltwirtschaftsforum in Davos. An dem Treffen haben laut der Presseagentur IAR auch Botschafter aus G20-Staaten teilgenommen.

Tusk reagiert zurückhaltend auf Einladung Polens in Trumps „Friedensrat“

20.01.2026 08:00
Jede Entscheidung über den Beitritt Polens zu einer internationalen Organisation erfordere die Zustimmung der Regierung und die Ratifizierung durch das Parlament, sagte Polens Ministerpräsident Donald Tusk am Montag. Damit signalisierte er Zurückhaltung, nachdem Präsident Karol Nawrocki von US-Präsident Donald Trump zur Teilnahme an einem vorgeschlagenen neuen „Rat des Friedens“ eingeladen worden war.