Deutsche Redaktion

Museum POLIN startet Plattform für jüdische Erinnerungsstücke

27.01.2026 10:27
Auf der neuen Internetplattform przechowane.org sollen Gegenstände gesammelt werden, die einst jüdischen Familien in Polen gehörten. Dazu zählen etwa Besteck, Kacheln, Briefe oder Nähmaschinen. Die landesweite Initiative wird unter anderem vom Museum der Geschichte der Polnischen Juden POLIN in Warschau mitgetragen.
Diese Nhmaschine wurde von einer jdischen Familie zur Aufbewahrung bergeben, die in Rożniaty versteckt wurde. Die Maschine wurde dem Museum POLIN geschenkt.
Diese Nähmaschine wurde von einer jüdischen Familie zur Aufbewahrung übergeben, die in Rożniaty versteckt wurde. Die Maschine wurde dem Museum POLIN geschenkt.POLIN

Wie Piotr Ostrowski aus der Abteilung für digitale Sammlungen des Museums erläuterte, richtet sich das Projekt an Menschen, die zu Hause jüdische Erinnerungsstücke aufbewahren. Über die Plattform können sie Fotos der Objekte hochladen, kurze Beschreibungen hinzufügen und die Geschichten dahinter erzählen.

Dabei geht es nicht um die Übergabe der Gegenstände an das Museum. Auch beschädigte oder unscheinbare Dinge seien von Interesse, weil sie Einblicke in den Alltag jüdischer Haushalte und Werkstätten vor dem Zweiten Weltkrieg ermöglichen könnten. Ostrowski betonte, viele dieser Objekte hätten keinen hohen musealen Wert, seien aber wertvolle Erinnerungen an Menschen, die nicht mehr leben.

Teilnehmende können sich zudem mit Fachleuten des Museums beraten, etwa um Fragen zu Herkunft oder Inschriften der Stücke zu klären. Aus den eingesandten Fotos soll später eine Wanderausstellung mit Bildern, Karten und Erinnerungen entstehen, die das jüdische Alltagsleben in Städten und Kleinstädten der Vorkriegszeit dokumentiert.

PAP/jc

Preise des POLIN-Museums 2025 vergeben

29.10.2025 10:07
Der POLIN-Preis 2025 geht an Marek Chmielewski, den Ortsvorsteher von Orla im Osten Polens. Chmielewski wird für sein langjähriges Engagement zur Bewahrung des Andenkens an die jüdische Gemeinschaft seiner Region ausgezeichnet, teilte das Museum POLIN am Dienstagabend in Warschau mit.

Polin-Museum kritisiert unklare Formulierungen von Yad Vashem zu Judenkennzeichnung 1939

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Das Museum der Geschichte der polnischen Juden Polin hat Yad Vashem für einen missverständlichen Beitrag in sozialen Medien kritisiert. Der israelische Holocaust-Gedenkinstitut hatte am Sonntag auf der Plattform X geschrieben, Polen sei das erste Land gewesen, in dem Juden zum Tragen von Armbinden gezwungen worden seien – ohne im Kurztext ausdrücklich zu erwähnen, dass dies unter deutscher Besatzung geschah.