Der Prozess gegen zwei der Spionage beschuldigten russischen Staatsbürger wird aufgrund von Sicherheitsbedenken hinter verschlossenen Türen stattfinden, entschied ein polnisches Gericht. Das Bezirksgericht im südpolischen Sosnowiec gab die Entscheidung am Montag während einer Voranhörung im Fall von Igor R. und seiner Frau Irina R. bekannt. Der Prozess soll nun am 20. Januar beginnen, mit weiteren Anhörungen am 11. Februar und 17. März.
Die Staatsanwaltschaft hat um Vertraulichkeit gebeten, da der Fall sensible Informationen für die Sicherheit Polens enthalte. Weitere Verdächtige sollen auf freiem Fuß sein. Ein offenes Verfahren könnte nützliche Informationen für sie enthüllen. Das Ehepaar wurde im Juli 2024 festgenommen und befindet sich seitdem in Untersuchungshaft.
Spionageaktivitäten und Lieferung von Sprengstoff
Nach Informationen der Staatsanwaltschaft habe Igor R. zwischen Februar und August 2022 mit dem Föderalen Sicherheitsdienst Russlands (FSB) zusammengearbeitet, indem er Informationen über russische Oppositionelle in Polen und deren Unterstützer gesammelt hat. Ihm wird vorgeworfen, dieses Material über ein verschlüsseltes Gerät an seine Frau weitergegeben zu haben. Ermittlern zufolge soll Irina R. dann versucht haben, die Informationen per Post an russische Beamte weiterzugeben und nach ihrer Ankunft in Russland Kontakt mit dem FSB aufzunehmen.
Igor R. wird in einer separaten Anklage mit einer Lieferung von Sprengstoffen verknüpft. Diese wurden im Juli 2024 in einem Kurierversandlager in Zentralpolen abgefangen. Der Staatsanwaltschaft zufolge habe er zusammen mit zwei ukrainischen Staatsbürgern und einem weiteren russischen Staatsbürger das Paket versandt. Eine mit dem Fall ebenfalls verbundene ukrainische Frau, Kristina S., wurde Anfang dieses Jahres von einem Gericht in Piotrków Trybunalski verurteilt.
PAP/ps