In den vergangenen Monaten haben die polnischen Behörden insgesamt 55 Personen festgenommen, die im Auftrag des russischen Geheimdienstes gehandelt haben sollen. Wie Ministerpräsident Donald Tusk am Dienstagmorgen mitteilte, wurden nur in den letzten Tagen acht Verdächtige wegen des Verdachts der Vorbereitung von Sabotageakten festgenommen.
Der Minister für die Koordinierung der polnischen Sonderdienste, Tomasz Siemoniak, erklärte, die Festgenommenen hätten mutmaßlich militärische Anlagen und kritische Infrastrukturen ausspioniert und Materialien für mögliche Sabotageakte vorbereitet. Die Verdächtigen stehen im Zusammenhang mit mehreren voneinander unabhängigen Ermittlungen zu russischen Geheimdienstaktivitäten in Polen.
Unter den Festgenommenen befindet sich ein 21-jähriger ukrainischer Staatsbürger, Danylo H.. Berichten zufolge soll er in Polen und Rumänien spioniert haben. Er wurde am 16. Oktober in der Nähe von Warschau in Zusammenarbeit mit dem rumänischen Geheimdienst (SRI) festgenommen. Zwei weitere mit Danylo H. verbundene ukrainische Staatsbürger wurden in Bukarest festgenommen.
Einen Tag nach seiner Festnahme haben die Staatsanwälte Anklage gegen Danylo H. wegen Tätigkeit für den russischen Geheimdienst gegen Polen durch die Vorbereitung von Sabotageakten ehoben. Er wurde für drei Monate in Untersuchungshaft genommen. Den Behörden zufolge hatten die Verdächtigen ein Netzwerk aufgebaut, um Sprengstoffe über Polen und Rumänien in die Ukraine zu transportieren. Die Ermittlungen dauern an.
PAP/RMF24/ps