Russland war im Februar 2022 nach dem Start der großangelegten Invasion in die Ukraine von der FIFA und der UEFA suspendiert. Die russische Nationalmannschaft wurde daraufhin unter anderem von der Weltmeisterschaft 2022 in Katar ausgeschlossen. Auch an der Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2026 darf das Team nicht teilnehmen.
In Polen stießen die Aussagen des FIFA-Chefs auf deutliche Kritik. Michał Banasik vom Polnischen Institut für Sportdiplomatie sagte im Dritten Programm des Polnischen Rundfunks (Trójka), Infantinos Äußerungen seien „rhetorisch keine Neuigkeit“. Die FIFA habe bereits früher versucht, russische Jugendmannschaften wieder zuzulassen, sei jedoch auf Widerstand gestoßen.
Banasik wertete Infantinos Vorstoß als Versuch, die Reaktion von Medien, Sportverbänden und Politik erneut auszuloten. Zudem könne es sich um ein Signal in Richtung Russland handeln. In der internationalen Öffentlichkeit sei ein solcher Schritt aus Sicht der Öffentlichkeitsarbeit ein „Eigentor“, so der Experte.
Auch Jan Kałucki vom Fernsehsender Canal+ warf Infantino vor, in erster Linie wirtschaftliche Interessen zu verfolgen. Wann immer der FIFA-Präsident spreche, höre er „das Klingeln der Münzen“, sagte Kałucki. Er erinnerte daran, dass Infantino in der Vergangenheit auch enge Kontakte zu Katar gepflegt habe, wo die Weltmeisterschaft 2022 ausgetragen wurde.
IAR/jc