Deutsche Redaktion

US-Botschafter bricht Kontakte zu Sejmmarschall Czarzasty ab

06.02.2026 06:45
Der US-Botschafter in Polen, Tom Rose, hat den sofortigen Abbruch aller Kontakte mit dem Sejmmarschall, Włodzimierz Czarzasty, erklärt. Anlass seien Äußerungen des Politikers über US-Präsident Donald Trump, die der Diplomat als „empörende und unprovozierte Beleidigungen“ bezeichnete.
US-Botschafter Tom Rose
US-Botschafter Tom RoseANDRZEJ IWANCZUK/REPORTER

In einer Mitteilung in sozialen Medien erklärte Rose, die US-Botschaft in Warschau werde „sämtliche Treffen sowie die offizielle Kommunikation“ mit Czarzasty einstellen. Die Entscheidung trete mit sofortiger Wirkung in Kraft.

Zur Begründung sagte der Botschafter, er werde nicht zulassen, dass jemand „dem Präsidenten der Vereinigten Staaten Respektlosigkeit entgegenbringt“. Trump sei eine Person, „die sich um Polen und das polnische Volk verdient gemacht hat“, so Rose. Zugleich äußerte er die Sorge, Czarzastys Haltung könne die bilateralen Beziehungen belasten. Er sei ein „ernsthaftes Hindernis“ für die „ausgezeichneten Beziehungen“ zwischen den USA und der polnischen Regierung unter Ministerpräsident Donald Tusk.

Czarzasty wies die Kritik zurück und bekräftigte seine Position. „Ich halte an meiner Haltung fest“, sagte er dem Nachrichtenportal Onet. Auf der Plattform X schrieb er, er habe „im Einklang mit seinen Werten“ die polnischen Soldaten in Auslandseinsätzen verteidigt und deshalb die Kandidatur Trumps für den Friedensnobelpreis nicht unterstützt.

„Ich respektiere die USA weiterhin als einen Schlüsselpartner Polens“, erklärte Czarzasty. „Mit Bedauern nehme ich die Erklärung von Botschafter Tom Rose zur Kenntnis, aber ich werde meine Position in diesen grundlegenden Fragen für die Polinnen und Polen nicht ändern.“

Der Hintergrund des Streits sind wiederholte kritische Äußerungen Czarzastys über Trump, unter anderem zu einem Vorstoß, dem US-Präsidenten den Friedensnobelpreis zu verleihen. Der Sejm-Präsident hatte erklärt, Trump verdiene die Auszeichnung nicht, da er internationale Organisationen destabilisiere und eine „Politik der Stärke“ verfolge.


Onet/PAP/jc 

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