Deutsche Redaktion

Trotz Sanktionen: Russisches Öl passiert täglich den Ärmelkanal

09.02.2026 10:31
Trotz westlicher Sanktionen wird russisches Öl weiterhin in großem Umfang durch den Ärmelkanal transportiert und bringt Moskau Milliarden ein. Ein Großteil der Lieferungen erfolgt über eine riskante Schattenflotte mit erheblichen Umweltgefahren. Großbritannien plant deshalb den Einsatz maritimer Drohnen zur Überwachung und möglichen Stopps verdächtiger Tanker.
Zdjęcie ilustracyjneTankowiec tzw. floty cieni Grinch
Zdjęcie ilustracyjne/Tankowiec tzw. floty cieni "Grinch"THIBAUD MORITZ/AFP/East News

Trotz westlicher Sanktionen wird russisches Öl weiterhin in großem Umfang durch europäische Gewässer transportiert. Nach Recherchen der The Sunday Times passieren täglich Tanker mit russischer Ladung den Ärmelkanal, nur wenige Kilometer vor der Küste von Großbritannien.

Seit Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine wurden demnach rund 550 Millionen Tonnen Öl durch die Meerenge transportiert. Die daraus erzielten Einnahmen werden auf etwa 239 Milliarden Pfund geschätzt. In den vergangenen vier Jahren registrierten Beobachter fast 10.000 Durchfahrten entsprechender Tanker. Das Öl geht überwiegend nach Indien und China.

Ein Großteil der Transporte erfolgt über die sogenannte Schattenflotte – ältere, oft schlecht gewartete und unzureichend versicherte Schiffe. Auf offener See wird die Ladung häufig von Schiff zu Schiff umgepumpt, um Kontrollen zu entgehen. Fachleute warnen vor erheblichen Umweltgefahren.

Als Reaktion plant Großbritannien den Einsatz unbemannter maritimer Drohnen. Diese sollen verdächtige Tanker überwachen und bei Bedarf stoppen, ohne Besatzungen zu gefährden.

Experten warnen, dass ein schwerer Unfall eines solchen Tankers erhebliche ökologische Schäden verursachen könnte – mit Kosten in dreistelliger Millionenhöhe für Großbritannien und die Europäische Union. 

IAR/adn


Kampf gegen Schattenflotte: EU prüft flexiblere Sanktionen gegen russische Öltanker

21.11.2025 11:07
Die EU will die schwarze Liste von Tankern vom Sanktionspaket lösen und unabhängig aktualisieren. Dies würde es ermöglichen, neue Einträge deutlich schneller vorzunehmen.

„Bekämpfung der russischen Schattenflotte“. Polen sucht Verbündete

03.02.2026 16:30
Außenminister und Vizepremier Radosław Sikorski hat in Oslo mit dem norwegischen Ministerpräsidenten sowie den Ressortchefs für Außen- und Verteidigungspolitik gesprochen. Themen waren unter anderem die polnisch-norwegische Zusammenarbeit, die Umsetzung des SAFE-Programms sowie eine Ausweitung der Unterstützung für die Ukraine.

Polens Außenminister: Europa muss militärisch eigenständiger werden

05.02.2026 11:26
Europa hätte schneller eigene militärische Fähigkeiten entwickeln, den inneren Zusammenhalt stärken und ihre Verpflichtungen innerhalb der NATO konsequenter umsetzen müssen. Das sagte Polens Vizepremier und Außenminister Radosław Sikorski in einem Interview mit der Nachrichtenagentur PAP. Eine stärkere europäische Verteidigung erhöhe den Respekt der USA gegenüber Europa und wirke zugleich abschreckend auf Russlands Präsidenten Wladimir Putin, betonte Sikorski.