Entdeckt wurde die sogenannte „Pieroguszka“ im „Kiss and Cry“-Bereich der Eiskunstlaufhalle. Dort hielten polnische Athletinnen und Athleten das Maskottchen nach ihrem Auftritt in die Kameras. Die Bilder verbreiteten sich rasend schnell in den sozialen Netzwerken. Kurz darauf wollte halb Olympia wissen: Was ist das denn bitte?
„Unsere Pieroguszki kann man einfach online kaufen“, sagt Sołtysik. Vermutlich habe jemand aus dem Team das Plüschtier mitgebracht – und damit einen viralen Volltreffer gelandet. Inzwischen hat auch der Polnische Eislaufverband nachbestellt. Drei weitere Pierogi-Plüschfiguren sind bereits auf dem Weg ins Olympische Dorf.
Das Sortiment umfasst 16 Varianten in verschiedenen Farben. Die cremefarbene Version, die in Mailand-Cortina zu sehen war, kostet rund 20 Euro. Doch derzeit sind nur noch zwei Modelle verfügbar. „Seit Beginn der Spiele haben wir extrem viele Bestellungen“, berichtet Sołtysik. „Wir geben unser Bestes, aber Massenproduktion ist für uns nicht drin.“
Die Begeisterung beschränkt sich nicht auf Polen. Auch aus den USA treffen Bestellungen ein. Und laut Angaben aus dem Teamumfeld soll sich sogar Rapper Snoop Dogg, bei den Spielen als NBC-Experte im Einsatz, nach dem polnischen Plüsch-Pierogi erkundigt haben. „Bisher hat noch niemand aus seinem Umfeld angerufen“, sagt Sołtysik schmunzelnd.
Hinter dem Olympia-Hit steckt eine ernste Mission: Die Sozialgenossenschaft Honolulu beschäftigt neun Menschen mit Behinderungen und setzt auf Handarbeit. Schneiderinnen nähen die Hüllen, weitere Frauen und Männer füllen, vernähen und verpacken die Figuren. Gewinne fließen in die berufliche Reintegration.
PAP/jc