Zum Zeitpunkt des Abbruchs kämpften mehrere Teams noch um die Medaillen. Im dritten und geplanten Finaldurchgang verschlechterten sich die Bedingungen jedoch deutlich. Dichter Schneefall und zunehmender Wind beeinträchtigten die Anlaufspur und sorgten für ungleiche Geschwindigkeiten. Besonders Tomasiak hatte mit den Verhältnissen zu kämpfen und kam nur auf 124,5 Meter.
Die Jury entschied daraufhin, den Durchgang zu annullieren und das Klassement nach zwei Serien zu werten. Damit rückten Tomasiak und Wąsek auf Rang zwei vor. Gold ging an die Österreicher Jan Hörl und Stephan Embacher, Bronze an die Norweger Johann André Forfang und Kristoffer Eriksen Sundal.
„Ich denke, dass unsere Athleten absolut verdient auf dem Podium stehen. Das war ein Niveau für eine Medaille“, sagte der zweimalige Olympiamedaillengewinner Dawid Kubacki im TV-Sender Eurosport. „Dieser letzte Durchgang, der glücklicherweise abgesagt wurde, hätte unter solchen Bedingungen den Wettbewerb stark verfälscht. Man muss der Jury gratulieren, dass sie nicht versucht hat, das mit Gewalt durchzuziehen.“
Weltcup-Direktor Sandro Pertile reagierte unmittelbar nach der Entscheidung emotional. Wie Eurosport-Reporter Kacper Merk berichtete, habe der Italiener „aus Wut einen Schneeball gegen die Bande geworfen“. Pertile selbst erklärte später die Hintergründe des Abbruchs: „Der Schnee sammelte sich in den Anlaufspuren, auch im Auslauf wurde es immer mehr. Wir haben es mit einem Vorspringer versucht, aber der Geschwindigkeitsverlust war zu groß.“
Zudem sei der Wind stark wechselhaft gewesen. „Die Kampfrichter hatten große Probleme, die richtige Luke festzulegen. Wir konnten keine gleiche Geschwindigkeit für alle garantieren und mussten die Runde absagen“, sagte Pertile. Er bedauerte den Ausgang: „Es ist schade, denn wir hatten heute einen großartigen Wettbewerb. Dieses neue Format ist spannend. Aber alle hatten zwei faire Durchgänge.“
PAP/Eurosport/jc