Die Veranstaltung knüpfte an eine Konferenz vor gut einem Jahr an, bei der Tusk 2025 zum „Jahr des Durchbruchs“ erklärt hatte. „Als wir uns hier vor einem Jahr trafen, habe ich gesagt, dass 2025 ein Jahr des Durchbruchs sein wird – geben Sie es zu: Sie haben nicht geglaubt, dass das möglich ist. Und doch ist es Realität geworden“, sagte der Regierungschef. „So wie ich damals das Risiko gespürt habe, dass mir nicht jeder glaubt, sage ich heute: 2026 wird das Jahr der Turbo-Beschleunigung.“
Polen habe sich „trotz dramatischer Ereignisse in der Nähe unserer Grenzen und in Staaten, die bisher als Anker der Stabilität galten“, als wirtschaftlich widerstandsfähig erwiesen. „Wir haben eine der höchsten Wachstumsraten in der EU: 3,6 Prozent im Jahr 2025“, erklärte Tusk. Eine entscheidende Rolle spielten Investitionen – „die harten, aber auch Investitionen in Wissenschaft, Technologie und Start-ups“. Für 2026 erwarte die Regierung einen Anstieg der Investitionen um zehn Prozent.
Als Beleg für das Vertrauen in die polnische Wirtschaft nannte Tusk das starke Interesse an polnischen Staatsanleihen sowie einen robusten Złoty. „Ist das nicht die beste Bewertung dafür, wie die Welt unsere Beschleunigung einschätzt, wenn man sieht, wie viele Investoren bereit sind, polnische Anleihen zu kaufen? Dazu kommt ein starker Złoty. Das ist ein klares Signal für die Stabilität der polnischen Wirtschaft“, sagte er. Zudem verfüge Polen über die zweitniedrigste Arbeitslosenquote in Europa.
Mit Blick auf internationale Reaktionen fügte Tusk hinzu: „Westliche Politiker können manchmal kaum verbergen, wie sehr sie dieser polnische Erfolg irritiert, man spürt diesen Neid. Das sieht man auch in der ausländischen Presse, etwa in der deutschen. Alle fragen: Wie ist es möglich, dass polnische Firmen deutsche kaufen und nicht umgekehrt?“
Zugleich betonte der Regierungschef, der wirtschaftliche Aufschwung sei kein Selbstläufer. „Dieses Jahr der Turbo-Wirtschaft ist eine Aufgabe, die erfüllt werden muss, keine Selbstverständlichkeit“, sagte Tusk. Das beschleunigte Wachstum solle sich nicht nur in makroökonomischen Kennziffern widerspiegeln, sondern auch in der materiellen Lage der Familien und in stabilen Staatsfinanzen.
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