Bereits am Montag war es in Novi Sad zu gewaltsamen Zwischenfällen gekommen. Eine Gruppe schwarz gekleideter Männer griff dort Studierende vor dem Serbischen Nationaltheater an. Protestierende machten Anhänger der regierenden Serbischen Fortschrittspartei (SNS) für den Angriff verantwortlich. In sozialen Netzwerken veröffentlichte Videos zeigen, wie Demonstrierende und Journalisten geschlagen und zu Boden gestoßen wurden. Die Polizei griff Berichten zufolge zunächst nicht ein.
Am Dienstag weiteten sich die Proteste auf weitere Städte aus, darunter Novi Sad, Niš und Prokuplje. In Novi Sad erklärten Teilnehmende, sie wollten den Studierenden ihre Unterstützung zeigen. Bürgerinitiativen sprachen von gezielten Angriffen auf die Protestbewegung.
Die seit rund 15 Monaten andauernden Demonstrationen hatten nach dem Einsturz eines Teils des Bahnhofsdachs in Novi Sad im November 2024 begonnen, bei dem 16 Menschen ums Leben kamen. Die Protestierenden werfen den Behörden Versäumnisse und Korruption vor, die zu dem Unglück geführt hätten. Neben der juristischen Aufarbeitung des Vorfalls fordern sie inzwischen auch vorgezogene Parlamentswahlen.
PAP/jc