Hintergrund sind Spekulationen über mögliche neue Verhandlungen nach einer weiteren Gesprächsrunde zwischen Delegationen aus der Ukraine, den USA und Russland in Genf in der vergangenen Woche. Der US-Sondergesandte Steve Witkoff hatte erklärt, innerhalb von drei Wochen könnten weitere Gespräche stattfinden, die möglicherweise in einen Gipfel zwischen dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj und Kremlchef Wladimir Putin münden könnten.
Auf die Frage nach einem solchen Treffen sagte Wadephul: „Solange das nicht der Fall ist, sollten wir natürlich gesprächsbereit sein, und Präsident Selenskyj ist dazu bereit. Aber es liegt an Russland, ob es der Ukraine wirklich etwas anbietet.“ Sollte Moskau zu ernsthaften Gesprächen bereit sein, liege es an Selenskyj zu entscheiden, ob er Putin treffen wolle.
Zugleich wandte sich Wadephul gegen Forderungen, Europa solle parallel zu den USA eigene Gespräche mit Russland aufnehmen. Eine entsprechende Initiative war zuletzt aus Frankreich angestoßen worden. „Ich glaube, zu viele Gesprächsangebote an Russland können nur den Eindruck erwecken, dass größere Hartnäckigkeit immer zu größeren Zugeständnissen führt. Und das würde ein falsches Signal senden“, sagte der Minister.
Die europäische Linie sei eindeutig. „Unsere Strategie ist vollkommen klar. Wir wollen zu einer Einigung beitragen, aber das scheitert an der völligen Weigerung Russlands, sich auf ernsthafte Gespräche einzulassen“, betonte Wadephul. Solange es auf russischer Seite keine „authentische Kompromissbereitschaft“ gebe, habe Europa keinen Grund, seine Haltung zu ändern.
PAP/jc