Deutsche Redaktion

Sikorski: Eine „höllisch komplizierte Situation“

28.02.2026 19:17
Polens Außenminister Radosław Sikorski hat angesichts der jüngsten Angriffe auf den Iran von einer „dramatischen, höllisch komplizierten Situation“ gesprochen. Nach einem Gespräch mit dem Leiter der polnischen Vertretung in Teheran seien die Mitarbeiter der Botschaft in Sicherheit, teilte Sikorski am Samstag im Onlinedienst X mit. 
Auenminister Radosław Sikorski
Außenminister Radosław SikorskiFoto: Adam Burakowski/ East News

Die USA und Israel hatten nach iranischen Angaben in der Nacht zum Samstag Ziele in der Hauptstadt Teheran angegriffen. Über der Residenz des obersten geistlichen Führers Ajatollah Ali Chamenei sowie in der Nähe des Präsidentenpalasts von Masud Peseschkian wurden Rauchwolken gemeldet. Offizielle Angaben zum Aufenthaltsort der beiden gab es zunächst nicht. Iranische Quellen erklärten, sie seien vorsorglich an einen sicheren Ort gebracht worden.

Die Nachrichtenagentur Reuters berichtete unter Berufung auf informierte Kreise, bei den Luftangriffen seien mehrere hochrangige Kommandeure der Islamischen Revolutionsgarde (IRGC) sowie Politiker getötet worden. Eine unabhängige Bestätigung lag zunächst nicht vor.

Irans Außenminister Abbas Aragczi bezeichnete die Angriffe als „völlig unbegründet, illegal und rechtswidrig“. In einem Beitrag auf X schrieb er, US-Präsident Donald Trump habe den Slogan „America First“ in „Israel First“ verwandelt. Die iranischen Streitkräfte seien vorbereitet und würden „den Aggressoren eine Lektion erteilen, die sie verdienen“.


PAP/jc

 

Tusk: „Wir sind auf verschiedene Szenarien vorbereitet“

28.02.2026 10:03
Nach Angriffen der USA und Israels auf Ziele im Iran hat Ministerpräsident Donald Tusk erklärt, polnische Staatsbürger in der Region seien derzeit in Sicherheit. „Wir sind jedoch auf verschiedene Szenarien vorbereitet“, schrieb Tusk am Samstag auf X.

Zwischen Ölpreis und Ukraine-Sorge: Polnische Reaktionen auf US-Angriff auf den Iran

28.02.2026 15:24
Sicherheitsexperten wiesen auf Polskie Radio 24 darauf hin, dass Israel und die USA sich offenbar für das Szenario eines umfassenden Krieges entschieden hätten – nicht für begrenzte, präzise Schläge, sondern für eine mehrtägige Kampagne. Die Frage bleibe offen, ob die Angriffe wirksamer sein würden als während des zwölftägigen Krieges im Juni 2025, als der Erfolg und die Zerstörung des iranischen Atomprogramms verkündet worden seien. In Warschau hat sich indes die iranische Diaspora zu einer spontanen Demonstration zusammengefunden.