Deutsche Redaktion

TVP und mehrere EU-Sender boykottieren Winter-Paralympics 2026

03.03.2026 15:03
Nach der Entscheidung des Internationalen Paralympischen Komitees (IPC), russische und belarussische Athleten unter ihren Nationalflaggen zu den Winter-Paralympics zuzulassen, haben mehrere europäische Sender Protestmaßnahmen angekündigt. Das polnische Fernsehen Telewizja Polska (TVP) will Übertragungen unterbrechen, während Litauen, Lettland, Estland und Finnland die Eröffnungsfeier nicht zeigen werden.
Solidarisch mit der Ukraine  TVP Sport lehnt die Teilnahme russischer und belarussischer Sportler am sportlichen Wettbewerb ab.
„Solidarisch mit der Ukraine – TVP Sport lehnt die Teilnahme russischer und belarussischer Sportler am sportlichen Wettbewerb ab.“mat.pras

TVP teilte mit, dass die Live-Übertragung unterbrochen werde, sobald bei der Eröffnungsfeier oder während Wettkämpfen russische oder belarussische Sportler im Bild erscheinen. Stattdessen werde eine Tafel mit der Aufschrift eingeblendet: „Solidarisch mit der Ukraine – TVP Sport lehnt die Teilnahme russischer und belarussischer Sportler am sportlichen Wettbewerb ab.“

Gewinnt ein Athlet aus Russland oder Belarus Gold, soll die Übertragung unmittelbar nach der Medaillenvergabe beendet werden, sodass die jeweilige Nationalhymne nicht ausgestrahlt wird. Sollte ein polnischer Sportler Silber oder Bronze gewinnen und ein Russe oder Belarusse siegen, will TVP zwar die Medaillenvergabe zeigen, die Übertragung jedoch vor dem Abspielen der Hymnen und dem Hissen der Flaggen abbrechen.

TVP begründete das Vorgehen mit dem anhaltenden russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Sport dürfe keine Rechtfertigung für Gewalt und Menschenrechtsverletzungen sein. Unterstützung erhält der Sender vom Präsidenten des Polnischen Paralympischen Komitees, Łukasz Szeliga. Er kündigte zudem an, dass die polnische Mannschaft aus Protest nicht an der Eröffnungsfeier teilnehmen werde.

Auch in den baltischen Staaten gibt es Widerstand. Der litauische öffentlich-rechtliche Sender LRT erklärte, die Eröffnungsfeier nicht zu übertragen. Ähnliche Entscheidungen trafen die öffentlich-rechtlichen Sender in Lettland, Estland und Finnland. Man könne die Entscheidung des IPC nicht akzeptieren, russischen und belarussischen Sportlern einen Start unter eigener Flagge zu ermöglichen, hieß es zur Begründung. Auch die litauische Delegation will der Eröffnungsfeier fernbleiben.

Das IPC hatte Anfang vergangener Woche beschlossen, vier belarussische und sechs russische Athleten unter ihren Nationalflaggen starten zu lassen. Bei den Paralympics 2022 waren Sportler aus beiden Ländern einen Tag vor Beginn der Wettbewerbe wegen der russischen Invasion in der Ukraine suspendiert worden. Bei Olympischen Spielen durften sie zuletzt im neutralen Status antreten – ohne Flagge und Hymne.

Die Winter-Paralympics in Mailand und Cortina d’Ampezzo finden vom 6. bis 15. März 2026 statt.


onet/wp/jc

 

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