Polen werde keinen verbindlichen Reduktionszielen unterliegen. „Das war unser Ziel während der Verhandlungen“, bestätigte die polnische Klima- und Umweltministerin Anna Moskwa, die an dem Treffen am Dienstag teilgenommen hat.
Polen sei bereit, Solidarität mit anderen Ländern der Europäischen Union zu zeigen, wenn es um Gaslieferungen gehe, erwarte aber die gleiche Art von Solidarität, was die Reform des Emissionshandelssystems (ETS) betreffe, so Moskwa.
„Für die polnischen Heizwerke beispielsweise ist eine der Hauptsorgen vor der Herbst- und Wintersaison, abgesehen vom Brennstoff, dass es hohe ETS-Gebühren zahlt“, so die Ministerin.
Die Mitgliedstaaten der Europäischen Union haben sich am Dienstag bei einem außerordentlichen Treffen der EU-Energieminister in Brüssel auf eine freiwillige Reduzierung des Erdgasverbrauchs in diesem Winter geeinigt, berichtete die polnische Nachrichtenagentur PAP. „Die Mitgliedstaaten haben vereinbart, ihren Gasbedarf im Vergleich zu ihrem durchschnittlichen Verbrauch in den letzten fünf Jahren zwischen dem 1. August 2022 und dem 31. März 2023 mit Maßnahmen ihrer Wahl um 15 Prozent zu senken“, hat die EU bekannt gegeben.
Während die Reduzierung des Gasbedarfs freiwillig sei, sehe die Verordnung „auch die Möglichkeit vor, einen ‚Unionsalarm' zur Versorgungssicherheit auszulösen, in welchem Fall die Reduzierung des Gasbedarfs obligatorisch sein würde“. Der Zweck der Reduzierung der Gasnachfrage bestehe darin, "vor dem Winter Einsparungen zu erzielen, um sich auf mögliche Unterbrechungen der Gaslieferungen aus Russland vorzubereiten, das die Energieversorgung kontinuierlich als Waffe einsetzt“, haben die EU-Energieminister am Dienstag erklärt.
„Es ist ein entscheidender Schritt, um der Gefahr einer vollständigen Gasstörung entgegenzuwirken. Dank der heutigen Entscheidung ist Europa nun bereit, sich als Union mit seiner Energiesicherheit zu befassen“, schrieb die Leiterin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, zur Einigung vom Dienstag in einem Tweet.
PAP, IAR/ps