Nach Angaben des Generalstabs der polnischen Streitkräfte wurden im vergangenen Jahr zehn Kilometer linearer Befestigungen errichtet. Baumaterialien für weitere Elemente wurden an 13 Lagerstandorte gebracht. Damit könne im Krisenfall die Sicherung weiterer 50 Kilometer der Grenze schnell erfolgen.
Für 2026 plant das Militär, 200 Kilometer der Grenze zu sichern, darunter 20 Kilometer linearer Befestigungen sowie vorbereitete Materialien zur Sperrung weiterer 180 Kilometer. Im vergangenen Jahr wurden fünf Grenzübergänge zu Russland und Weißrussland gesperrt, weitere zwölf könnten bei Bedarf blockiert werden, teilte der Generalstab mit. Bis Ende 2026 sollen demnach nahezu 260 Kilometer der insgesamt 628 Kilometer langen Landgrenze Polens zu Russland und Weißrussland gesichert sein. Das entspräche mehr als 38 Prozent der Grenze.
Das Projekt umfasst den Bau von Panzerhindernissen, die Bevorratung von Betonsperren und Stacheldraht sowie den Einsatz von Aufklärungs- und Drohnenabwehrsystemen. Vorgesehen sind zudem Investitionen in militärische Versorgungseinrichtungen. Bislang hat das Militär entlang zentraler Grenzabschnitte 38 Grundstücke erworben, in diesem Jahr sollen weitere 150 hinzukommen. Zudem arbeitet es mit dem Ministerium für Klima und Umwelt zusammen, um Moore und Feuchtgebiete wiederherzustellen, die als natürliche Verteidigungshindernisse dienen.
Das Programm hat im vergangenen Jahr 207 Millionen Euro aus dem Verteidigungshaushalt sowie Mittel aus EU-Fonds erhalten. Ab Mitte 2026 sollen auch Truppen verbündeter NATO-Staaten am Ausbau der Ingenieurinfrastruktur beteiligt werden. Die baltischen Staaten setzen entlang ihrer Grenzen zu Russland und Weißrussland eine ähnliche „Baltische Verteidigungslinie“ um, unterstützt von Finnland, Großbritannien, Deutschland und den Vereinigten Staaten. Die Landgrenze Polens zu Russland und Weißrussland ist 628 Kilometer lang, hinzu kommen 22 Kilometer Seegrenze zu Russland.
PAP/ps