Deutsche Redaktion

Tusk: Situation im Nahen Osten wird eskalieren

27.03.2026 17:30
„In den kommenden Tagen erwarten wir eine Eskalation des Konflikts im Nahen Osten“, sagte Ministerpräsident Donald Tusk. Seine Äußerung fiel im Zusammenhang mit den Vorbereitungen für ein Gesetzespakets zur Senkung der Kraftstoffpreise. Sie deckt sich mit Berichten westlicher Medien über einen bevorstehenden schweren Schlag gegen Iran.
Ich habe Grund zu der Annahme, auch aufgrund von Informationen unserer Verbndeten, dass in den kommenden Tagen im Nahen Osten kaum mit einer Stabilisierung zu rechnen ist, sagte Ministerprsident Donald Tusk am Freitag im Sejm.
„Ich habe Grund zu der Annahme, auch aufgrund von Informationen unserer Verbündeten, dass in den kommenden Tagen im Nahen Osten kaum mit einer Stabilisierung zu rechnen ist“, sagte Ministerpräsident Donald Tusk am Freitag im Sejm. Foto: PAP/Leszek Szymański

„Ich habe Grund zu der Annahme, auch aufgrund von Informationen unserer Verbündeten, dass in den kommenden Tagen im Nahen Osten kaum mit einer Stabilisierung zu rechnen ist“, sagte Ministerpräsident Donald Tusk am Freitag im Sejm. „Im Gegenteil: Die nächsten Tage könnten zu einer Eskalation führen. Wir können daher nicht mit einer Verbesserung der Lage auf dem Kraftstoffmarkt rechnen“, fügte der Regierungschef im Gespräch mit Journalisten hinzu.

Regierung senkt Kraftstoffpreise
Der Sejm hat heute mit Änderungen ein Gesetzespaket zur Senkung der Kraftstoffpreise verabschiedet. Der Senat hat die Novelle des Verbrauchsteuergesetzes, die eine Senkung dieser Abgabe auf Kraftstoffe ermöglicht, ohne Änderungen angenommen. Ebenfalls ohne Änderungen wurde ein Gesetz zur Einführung staatlich festgelegter Höchstpreise für Benzin und Diesel verabschiedet. Die Regierung plant, die Mehrwertsteuer auf Kraftstoffe von 23 auf 8 Prozent zu senken. Die Preise an den Tankstellen sollen dadurch um etwa 30 Cent pro Liter fallen. Die Kosten für den Staatshaushalt werden im zweiten Quartal dieses Jahres auf rund 1,2 Milliarden Euro geschätzt. Die neue, befristete Regelung hängt von der weiterhin instabilen Lage im Nahen Osten ab.

Entscheidender Schlag gegen Iran
Das Portal Axios berichtete am Vortag, das Pentagon bereite einen endgültigen, massiven Schlag gegen Iran vor. Nach Angaben von Quellen des Portals seien solche Schritte wahrscheinlich, falls es in den diplomatischen Gesprächen keinen Fortschritt gebe und die Straße von Hormus weiterhin geschlossen bleibe.
Donald Trump und US-Außenminister Marco Rubio erklärten, die über Vermittler aus anderen Ländern geführten Gespräche würden sich in eine günstige Richtung entwickeln. Am Donnerstag teilte Trump mit, er verschiebe mögliche Angriffe auf das iranische Energiesystem um weitere zehn Tage (zuvor hatte er solche Maßnahmen für fünf Tage ausgesetzt). Teheran sendet dagegen andere Signale und erklärt, es gebe keine konstruktiven Verhandlungen. Die Führung wirft den Vereinigten Staaten vor, die öffentliche Meinung sowie die globalen Märkte zu manipulieren.

Experten zufolge bereite Washington trotz beschwichtigender Rhetorik über laufende Verhandlungen eine radikale Option zur Beendigung des Krieges vor. Nach Angaben von Axios würden vier Szenarien erwogen.

Im Gespräch seien eine Invasion der Insel Chark, ein zentrales Drehkreuz für den Export iranischen Öls, eine Invasion der Insel Larak zur Kontrolle der Straße von Hormus, die Übernahme der Insel Abu Musa sowie iranischer Tanker genannt worden.

Das US-Verteidigungsministerium soll zudem Pläne für Bodeneinsätze innerhalb Irans vorbereitet haben, um angereichertes Uran in iranischen Nuklearanlagen zu sichern. Vertreter des Weißen Hauses bezeichnen mögliche Bodeneinsätze als „hypothetisch“. Quellen von Axios zufolge sei Donald Trump jedoch bereit, den Konflikt zu eskalieren, falls die Gespräche mit dem Iran keine konkreten Ergebnisse bringen.

Viele Militärexperten halten eine Bodenoperation im Iran für eine sehr schlechte Idee. US-Streitkräfte könnten auf einen mit günstigen und zugleich wirksamen Technologien ausgerüsteten schweren Gegner treffen. Die iranische Nachrichtenagentur Tasnim meldete am Donnerstag zudem, Teheran habe zusätzlich eine Million Reservisten mobilisiert. Dies sei eine Reaktion auf Drohungen einer US-Besatzung der Insel Chark und möglicher US-Operationen auf iranischem Territorium.

RMF24/ps

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