Deutsche Redaktion

Belarussen in Polen haben oppositionellen Freiheitstag begangen

29.03.2026 12:00
Zahlreiche belarussische Märsche anlässlich des oppositionellen Freiheitstags – des wichtigsten Feiertags der demokratischen Bewegungen des Landes – fanden am Samstag in ganz Polen statt. Die größte Veranstaltung wurde in Warschau abgehalten.
Marsch zum Freiheitstag in Warschau, 28.03.2026. Die Teilnehmer zogen vom Plac Trzech Krzyży zum Schlossplatz Warschau und trugen eine 330 Meter lange wei-rot-weie Flagge.Der Freiheitstag ist der inoffizielle Unabhngigkeitstag von Belarus. Er wird von demokratischen Kreisen seit dem 25. Mrz 1918 begangen, als der erste belarussische Staat  d
Marsch zum Freiheitstag in Warschau, 28.03.2026. Die Teilnehmer zogen vom Plac Trzech Krzyży zum Schlossplatz Warschau und trugen eine 330 Meter lange weiß-rot-weiße Flagge. Der Freiheitstag ist der inoffizielle Unabhängigkeitstag von Belarus. Er wird von demokratischen Kreisen seit dem 25. März 1918 begangen, als der erste belarussische Staat – dPAP/Leszek Szymański

Der 25. März ist der oppositionelle Freiheitstag in Belarus – der wichtigste Feiertag der demokratischen Bewegungen des Landes. Die Hauptfeiern finden jedoch in der Regel am nächstgelegenen Wochenende statt. In diesem Jahr wurden am Samstag in ganz Polen zahlreiche Märsche organisiert, die größte Veranstaltung fand in Warschau statt. Die zentrale Feier in der polnischen Hauptstadt endete am späten Samstagabend mit einem Konzert auf dem Warschauer Schlossplatz. An den Feierlichkeiten hat auch die belarussische Oppositionsführerin Swjatlana Zichanouskaja teilgenommen.

„Es ist ein Symbol unseres Durchhaltevermögens und unseres Strebens nach Freiheit“, sagte Swjatlana Zichanouskaja gegenüber der polnischen Presseagentur PAP. „Für die Belarussen ist dieser Tag zu einem Symbol des Freiheitsstrebens und der Beharrlichkeit geworden, denn seit 30 Jahren gehen wir an diesem Tag in unserem Land auf die Straße“, erklärte sie und betonte das Regime in Minsk verhindere offizielle Feiern  an diesem Tag im Inland.

Der Freiheitstag gilt als inoffizieller Unabhängigkeitstag von Belarus. Er wird von demokratischen Kreisen seit dem 25. März 1918 begangen, als der erste belarussische Staat – die Belarussische Volksrepublik – eingeführt wurde. Das Regime von Alexander Lukaschenko hat die offiziellen Unabhängigkeitsfeiern hingegen auf den 3. Juli gelegt – den Jahrestag der Befreiung von Minsk von der deutschen Besatzung durch die Rote Armee im Jahr 1944. In Wirklichkeit hatte diese sich damals nur als Wechsel der Besatzungsmacht erwiesen.

Alexander Lukaschenko hasst alles, was wirklich belarussisch ist, und demokratische Werte sind ihm völlig fremd“, sagte die Oppositionsführerin Swjatlana Zichanouskaja. Wie sie betonte, sei Lukaschenkos Besuch in Nordkorea am 25. März eine stark symbolische Geste gewesen – denn „während die Belarussen den Freiheitstag begehen, feiert Lukaschenko einen Tag der Unterdrückung“.

Swjatlana Zichanouskaja zufolge sei die Feier des Freiheitstags für ihre Landsleute in Polen und anderen Ländern eine Gelegenheit zu zeigen, „dass die Belarussen eine Nation sind, kein Regime und nicht Russland“. Sie dankte zudem für Solidaritätsbekundungen wie die Beleuchtung des Kultur- und Wissenschaftspalasts in Warschau in den Farben der belarussischen Demokratie – Weiß-Rot-Weiß.

Die Oppositionsführerin hat auch Polen und Ukrainer aufgerufen, sich an der Veranstaltung zu beteiligen. Eine hohe Beteiligung würde zu einem besseren Verständnis der aktuellen Lage in ihrem Land beitragen, in dem Meinungsfreiheit und Menschenrechte brutal und systematisch zerstört werden. Nach Angaben des Menschenrechtszentrums Viasna sitzen derzeit 910 politische Gefangene in Weißrussland in Haft.

IAR/PR/ps

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