Das Fach wurde bereits im Schuljahr 2025/2026 eingeführt, bisher aber nur auf freiwilliger Basis. Es wird in den Klassen IV bis VIII der Grundschule sowie in weiterführenden Schulen unterrichtet.
Künftig soll Gesundheitsbildung für alle Schülerinnen und Schüler verpflichtend sein. Eine Ausnahme bildet ein kleines Modul zur sexuellen Gesundheit. Dieses umfasst nach Angaben der Ministerin nur ein bis zwei Unterrichtsstunden pro Jahr.
Nowacka erklärte, die Entscheidung sei auch ein Kompromiss. Man habe auf den Druck aus Teilen der Gesellschaft reagiert. „Die Schule braucht Ruhe“, sagte sie.
Die konkreten Inhalte des Fachs sollen von einem Expertenteam erarbeitet werden. Dazu gehören Ärzte, Fachleute und Lehrkräfte.
Ursprünglich war das Fach vollständig als Pflichtfach geplant. Anfang 2025 sprach sich jedoch Vizepremier Władysław Kosiniak-Kamysz dagegen aus. Auch Ministerpräsident Donald Tusk zeigte sich eher für freiwillige Lösungen.
Kritik kommt unter anderem von kirchlichen Kreisen. Die Konferenz des Episkopats von Polen sieht die Zuständigkeit für Sexualerziehung bei den Eltern. Auch mehrere gesellschaftliche Organisationen lehnen eine verpflichtende Regelung ab.
Das Bildungsministerium betont dagegen, das Fach sei wichtig für die Entwicklung junger Menschen. Es verfolge einen ganzheitlichen Ansatz und werde von vielen Eltern unterstützt.
Nach Angaben des Ministeriums nehmen derzeit rund 30 Prozent der berechtigten Schülerinnen und Schüler am Unterricht teil. Besonders hoch ist die Teilnahme in Grundschulen, deutlich niedriger in weiterführenden Schulen.
Regional gibt es große Unterschiede. Die höchsten Quoten werden im Westen Polens erreicht, die niedrigsten im Südosten.
IAR/jc