Deutsche Redaktion

Zweifel an NATO-Garantien: Präsidialamt übt scharfe Kritik an FT-Interview von Regierungschef Tusk

28.04.2026 10:44
Das Präsidialamt verlangt nun Aufklärung zu den Worten Tusks. Das öffentliche Infragestellen des Vertrauens in Verbündete, so Präsidialminister Marcin Przydacz, schwäche Polen. Genau das, sagte er, würde sich Russland heute wünschen.
Premierminister Donald Tusk am zweiten Tag der Konferenz Road to URC  Security and Defence Dimension an der Technischen Universitt Rzeszów am 27. dieses Monats. Die Veranstaltung, die vom 26. bis 27. April dieses Jahres stattfindet, ist Teil der Vorbereitungen fr die internationale Konferenz Ukraine Recovery Conference 2026 (URC 2026), die a
Premierminister Donald Tusk am zweiten Tag der Konferenz „Road to URC – Security and Defence Dimension“ an der Technischen Universität Rzeszów am 27. dieses Monats. Die Veranstaltung, die vom 26. bis 27. April dieses Jahres stattfindet, ist Teil der Vorbereitungen für die internationale Konferenz „Ukraine Recovery Conference 2026“ (URC 2026), die aFoto: PAP/Wojtek Jargiło

Der Präsidentenpalast übt scharfe Kritik an den Aussagen des Regierungschefs zur  Verlässlichkeit der Nato-Beistandsgarantie. Ministerpräsident Donald Tusk sagte in einem Interview mit der „Financial Times“, er habe manchmal „gewisse Probleme“ damit zu glauben, dass Artikel 5 des Nato-Vertrags weiterhin in der bisherigen Form gelte. Entscheidend sei, ob die USA im Ernstfall so loyal handeln würden, wie es in den Verträgen beschrieben sei.

Das Präsidialamt verlangt nun Aufklärung. Marcin Przydacz, außenpolitischer Berater von Präsident Karol Nawrocki, kündigte an, vom Koordinator der Geheimdienste einen umfassenden Bericht über die Grundlage von Tusks Aussagen anzufordern. Dem Präsidentenpalast lägen bislang keine Hinweise vor, wonach Polen innerhalb weniger Monate ein Krieg drohe. Dementsprechend handle es sich bei Tusks Äußerungen entweder um Desinformation oder um das Vorenthalten sicherheitsrelevanter Informationen.

Tusk hatte zugleich betont, seine Worte seien nicht als Skepsis gegenüber Artikel 5 zu verstehen, sondern als Wunsch, dass Garantien auf Papier auch praktisch abgesichert würden. Przydacz warnte dennoch, das öffentliche Infragestellen des Vertrauens in Verbündete schwäche Polen. Genau das, sagte er, würde sich Russland heute wünschen.

PAP/adn

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FT-Interview des Regierungschefs zur NATO: "Bisher ist kein polnischer Spitzenpolitiker so weit gegangen"

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