Andrzej Bargiel träumte seit Jahren davon, den höchsten Berg der Welt auf Skiern runterzufahren. Nach zwei gescheiterten Versuchen – 2019 wegen der Gefahr eines Eisabbruchs und 2022 aufgrund eines Schneesturms – gelang ihm erst 2025 die Umsetzung seines kühnen Plans. Bargiel bestieg den Mount Everest (8848 m) ohne Flaschensauerstoff und fuhr anschließend auf Skiern bis ins Basislager (ca. 5364 m), ohne sie ein einziges Mal abzulegen. Es war die dritte polnische Besteigung des Everest ohne Sauerstoff, nach den Erfolgen von Marcin Miotek und Piotr Krzyżowski.
„Das ist einer der wichtigsten Schritte meiner sportlichen Laufbahn. Die Abfahrt vom Everest ohne Sauerstoff war ein Traum, der über Jahre in mir gereift ist. Ich wusste, dass die schwierigen Herbstbedingungen und die Route über den Khumbu-Gletscher die größte Herausforderung sein würden. Dank der Unterstützung von Red Bull und meines Teams vor Ort ist dieser Traum nun Wirklichkeit geworden“, sagte Andrzej Bargiel nach der Abfahrt.
Extreme Bedingungen und Wettlauf mit der Zeit
Die entscheidende Phase des Gipfelangriffs begann im Lager IV auf 7900 Metern. Bargiel, unterstützt vom erfahrenen Sherpa Dawa „Speed“ Sherpa, hatte mit großen Mengen von Neuschnee zu kämpfen, die den Aufstieg deutlich erschwerten. In der Todeszone über 8000 Metern verbrachte der Pole ganze 16 Stunden – ohne zusätzlichen Sauerstoff.
Bargiel verbrachte auf dem Gipfel des höchsten Berges der Welt nur wenige Minuten, bevor er die Skier anschnallte und die historische Abfahrt begann – im Wettlauf mit der untergehenden Sonne. Auf Höhe des Lagers II (rund 6400 m) brach die Nacht herein und machte eine sichere Navigation unmöglich. Der Skibergsteiger hielt im Lager an und setzte die Abfahrt mit Sonnenaufgang fort. In beeindruckendem Stil bewältigte er den Khumbu-Gletscher ohne Seile und beendete die Fahrt im Basislager.
RMF24/ps