Das Weiße Haus hatte am Montag angekündigt, sämtliche Militärhilfen für die Ukraine zu stoppen. Dies gelte sowohl für bereits unterwegs befindliches Material als auch für Waffen und Ausrüstung, die in Lagern in Polen auf den Transport warteten. Ziel sei es, sicherzustellen, dass die Maßnahmen zur Lösung des Konflikts beitragen.
Polen vor schwieriger Entscheidung
„Präsident Trump will ein Friedensabkommen mit Moskau und wird alle möglichen friedlichen Mittel einsetzen, um dies zu erreichen“, findet der Experte. Die Einstellung der Militärhilfe sei jedoch ein großes Risiko für die Ukraine, da Europa nicht über die notwendigen Ressourcen verfüge, um den Frieden zu erzwingen.
Für Polen stelle sich nun die Frage, ob es sich der US-Politik anpassen oder die europäische Linie der Unterstützung für die Ukraine fortsetzen solle. Sollte Europa versuchen, sich gegen Washingtons Entscheidung zu stellen, könnte Trump als Nächstes Polen unter Druck setzen.
Drohender US-Truppenabzug aus Europa
Zudem hält Bilski es für möglich, dass Trump mit einem schrittweisen Abzug von US-Truppen aus Deutschland und Mitteleuropa drohen könnte. Ohne die Unterstützung der USA sei es für die Ukraine unmöglich, ihre militärischen und politischen Ziele zu erreichen. Die angekündigten Maßnahmen der EU-Staaten reichten nicht aus.
Bilski erwartet, dass der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj kurzfristig versuchen werde, eine Koalition europäischer Länder zu schmieden, um finanzielle und militärische Unterstützung für den Wiederaufbau der ukrainischen Rüstungsindustrie zu sichern. Gleichzeitig werde der Druck Washingtons auf Kiew und andere europäische Hauptstädte weiter steigen.
Frieden nur ohne Selenskyj?
Nach Einschätzung des Experten könnten russische Vertreter bei inoffiziellen Gesprächen mit den USA bereits signalisiert haben, dass eine Einigung nur möglich sei, wenn Selenskyj das Präsidentenamt aufgebe. Trump werde ein Friedensabkommen für die Ukraine mit „aller Konsequenz und der vollen Macht des amerikanischen Staates“ vorantreiben, sagte Bilski.
PAP/jc