Deutsche Redaktion

Ukraine dementiert Pläne zur Umbettung von Stepan Bandera

28.05.2026 11:22
Die Ukraine plant keine Überführung der sterblichen Überreste des ukrainischen Nationalistenführers Stepan Bandera von München nach Kiew. Dies sagte der Leiter des Ukrainischen Instituts für Nationales Gedenken Oleksandr Alfjorow dem Polnischen Rundfunk.
Denkmal fr Stepan Bandera auf dem Kropywnyzkyj-Platz in Lwiw.
Denkmal für Stepan Bandera auf dem Kropywnyzkyj-Platz in Lwiw.Forum/Andrzej Sidor

Alfjorow reagierte damit auf Berichte über angebliche Pläne, Bandera im geplanten Pantheon bedeutender Ukrainer in Kiew neu zu bestatten. Zwar arbeite die Ukraine derzeit an der Exhumierung und Umbettung zahlreicher Persönlichkeiten der ukrainischen Unabhängigkeitsbewegung, Bandera gehöre jedoch nicht dazu, versicherte er.

Nach Angaben Alfjorows betrifft das Projekt mindestens 11.000 Personen, deren sterbliche Überreste künftig in der Ukraine beigesetzt werden könnten. Für Bandera gebe es derzeit jedoch keine entsprechenden Vorbereitungen.

Der Leiter des Instituts verwies zudem auf die Haltung der Familie Banderas. Nach deren Auffassung könnten die sterblichen Überreste während des Krieges nicht verlegt werden. „Mir ist ihre Meinung bekannt, dass die Überreste Banderas während des Krieges nicht übertragen werden können“, sagte Alfjorow.

Bandera, der für viele Ukrainer als Symbol des Unabhängigkeitskampfes gilt, wird von polnischen Historikern zugleich als Mitverantwortlicher für die Massaker an der polnischen Bevölkerung in Wolhynien während des Zweiten Weltkriegs betrachtet. Er ist in München begraben.

Die Ukraine hatte zuletzt damit begonnen, sterbliche Überreste mehrerer Vertreter der ukrainischen Unabhängigkeitsbewegung aus dem Ausland zurückzuführen und neu zu bestatten.


IAR/jc

 

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