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Warschau erinnert an die Opfer des Wola-Massakers

07.08.2026 07:29
Mit Gedenkveranstaltungen hat Warschau an die Opfer des Wola-Massakers erinnert. Anfang August 1944 haben die deutschen Besatzer innerhalb weniger Tage schätzungsweise 50.000 bis 60.000 Zivilisten ermordet.
W tym roku mija 82. rocznica powstania warszawskiego
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Die zentrale Gedenkfeier fand am Denkmal für die von den Deutschen ermordeten Bewohner des Stadtteils Wola statt. Anschließend versammelten sich zahlreiche Menschen auf dem Friedhof der Warschauer Aufständischen. Der traditionelle Gedenkmarsch musste wegen der anhaltenden Hitzewelle abgesagt werden.

Auf dem Friedhof gedachte die frühere Widerstandskämpferin, Wanda Traczyk-Stawska, in einer aufgezeichneten Botschaft der Opfer. Sie bezeichnete die Freiheit als Grundlage einer demokratischen Gesellschaft und rief dazu auf, junge Menschen im Geist der Liebe zum eigenen Land und der Erinnerung an die Gefallenen zu erziehen. „Die Erinnerung ist die einzige Form des Dankes, die wir ihnen heute noch geben können“, sagte sie.

Der Historiker Karol Mazur vom Museum des Warschauer Aufstands wandte sich gegen die häufig verwendete Bezeichnung „Wola-Massaker“. „Wir sprechen umgangssprachlich von einem Massaker. Doch ein Massaker geschieht spontan. Hier war das anders – das war ein geplanter Akt des Völkermords“, sagte Mazur. Deutsche Wehrmacht-, SS- und Polizeieinheiten hätten auf ausdrücklichen Befehl gehandelt und zwischen dem 5. und 11. August 1944 systematisch Bewohner aus Häusern getrieben und an vorbereiteten Hinrichtungsorten erschossen.

„Weder zuvor noch danach wurden innerhalb so kurzer Zeit mit konventionellen Methoden so viele Zivilisten ermordet“, sagte Mazur. „Das ist das größte einzelne Kriegsverbrechen des Zweiten Weltkriegs.“

„Nennt sie beim Namen“, zitierte Mazur den polnischen Dichter Zbigniew Herbert. Hinter jeder Zahl stehe ein Mensch, der Angehörige verloren habe oder selbst Opfer geworden sei. Genau daran solle die Erinnerung wachhalten.

IAR/jc

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