Deutsche Redaktion

Ukraine: Nur Moskau profitiert von polnisch-ukrainischen Konflikten

30.05.2026 06:55
Das ukrainische Außenministerium hat die Kritik aus Polen an der Benennung einer Militäreinheit nach den „Helden der UPA“ zurückgewiesen. Die Entscheidung sei nicht gegen Polen gerichtet gewesen, erklärte Außenamtssprecher Heorhij Tychyj. Zugleich warnte er vor einer Belastung der polnisch-ukrainischen Beziehungen. „Von Streitigkeiten zwischen Ukrainern und Polen profitiert ausschließlich Moskau“, betonte Tychyj.
Prezydent Ukrainy Wołodymyr Zełenski
Prezydent Ukrainy Wołodymyr ZełenskiFoto: Reuters

Der Sprecher verwies darauf, dass beide Länder in den vergangenen anderthalb Jahren Fortschritte bei schwierigen historischen Fragen erzielt hätten. So seien die Arbeiten an Exhumierungen wieder aufgenommen worden, und auch der Kongress der Historiker habe seine Tätigkeit nach Jahren wieder aufgenommen. Diskussionen über die Vergangenheit sollten sachlich geführt werden und auf verlässlichen Quellen beruhen.

Nach Darstellung Kiews wollten die ukrainischen Soldaten mit der Namensgebung keineswegs das polnische Volk beleidigen. Für sie stehe die Ukrainische Aufstandsarmee (UPA) vor allem für den Widerstand gegen die imperiale Politik Moskaus. „Sie richtet sich in keiner Weise gegen die Polen“, erklärte Tychyj.

Zugleich räumte der Sprecher ein, dass die gemeinsame Geschichte sowohl ruhmreiche als auch tragische Kapitel umfasse. Er verwies auf Verbrechen an Zivilisten während des Zweiten Weltkriegs, die von ukrainischen und polnischen Formationen begangen worden seien. Die Ukraine wolle sich einer historischen Debatte nicht entziehen, dürfe jedoch nicht zulassen, dass Konflikte über die Vergangenheit den gemeinsamen Widerstand gegen Russland schwächten.

Die Entscheidung von Präsident Wolodymyr Selenskyj, einer Einheit der Streitkräfte den Ehrennamen „Helden der UPA“ zu verleihen, hatte in Polen scharfe Kritik ausgelöst. Ministerpräsident Donald Tusk sprach von einer beunruhigenden Entscheidung, Verteidigungsminister Władysław Kosiniak-Kamysz nannte sie inakzeptabel. Präsident Karol Nawrocki kündigte an, eine Aberkennung des Ordens des Weißen Adlers für Selenskyj prüfen zu lassen.


PAP/jc

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