Polen und Deutschland stehen nach Einschätzung von Medienexperten im Fokus russischer Desinformation. Bei den Toruń-Göttinger Gesprächen wurde betont, dass Moskau versuche, beide Gesellschaften gegeneinander aufzubringen und politische Spannungen zu verstärken. Der Korrespondent des Polnischen Rundfunks in Berlin, Adam Górczewski, stellte in Göttingen das im Mai gestartete Projekt „Sprawdzam to“ vor, das Falschmeldungen und Halbwahrheiten prüfen und öffentlich einordnen soll.
Die Journalistin Tamina Kutscher, die Kremlpropaganda analysiert, warnte davor, auf Desinformation mit Gegenpropaganda zu reagieren. Nötig seien verlässliche Fakten und journalistische Sorgfalt.
Der Warschauer „Welt“-Korrespondent Philipp Fritz verwies auf die strategische Bedeutung der deutsch-polnischen Beziehungen.
Polen sei ein zentraler Staat an der EU-Ostflanke, Deutschland die größte Volkswirtschaft Europas. Beide Länder seien aufeinander angewiesen; gerade deshalb gebe es Versuche, sie auseinanderzubringen, so Fritz.
IAR/adn