Auf in sozialen Medien verbreiteten Videos ist zu sehen, wie Polizeibeamte das Aufstellen des Kreuzes verhindern und mehrere Personen festhalten. Nach Angaben der Polizei handelte es sich um eine nicht angemeldete Demonstration. Die Teilnehmer wurden darauf hingewiesen, dass sie ihren Standort nicht verlassen dürften, solange kein offizieller Aufzug genehmigt sei.
Nachdem die Gruppe trotz der Aufforderung der Polizei losmarschierte, griffen die Einsatzkräfte ein. Dabei kam es zu Rangeleien, mehrere Aktivisten wurden vorübergehend festgenommen und in Handschellen abgeführt. Unter ihnen befand sich auch Robert Bąkiewicz.
Nach seiner Freilassung schilderte Bąkiewicz in einem Interview mit dem Fernsehsender TV Republika den Polizeieinsatz als äußerst brutal. Er erklärte, die Beamten hätten ihn zu Boden gedrückt und in einem speziellen Raum festgehalten.
„Die Deutschen sperrten mich in einen Käfig ohne Luft“, sagte er.
Der Aktivist warf den Einsatzkräften vor, unverhältnismäßige Gewalt angewendet zu haben. Nach seinen Angaben hätten mehrere Polizisten auf ihm gesessen, ihm in Augen und Nase gegriffen sowie ihn mit Fäusten und Knien geschlagen.
„Danach warfen sie mich zu Boden, schlugen weiter und drückten mit den Beinen auf mich. Das sind Banditen“, sagte Bąkiewicz.
Kaczyński fordert Reaktion
Der Vorsitzende der Oppositionspartei PiS, Jarosław Kaczyński, hat nach der vorübergehenden Festnahme von Bąkiewicz dine sofortige Reaktion der polnischen Behörden gefordert.
„Was tut die polnische Botschaft in Berlin? Was tut das Außenministerium?“, schrieb Kaczyński in den sozialen Medien. Zugleich kritisierte er das Vorgehen der deutschen Polizei scharf und sprach von einer brutalen Behandlung polnischer Staatsbürger.
„Unser Konsul ist vor Ort und klärt derzeit die Gründe und Umstände der Festnahme“, erklärte Außenamtssprecher Maciej Wewiór.
wp/jc