Deutsche Redaktion

Tusk warnt vor Spaltung: „Deutschland und Ukraine sind unsere Verbündeten“

17.06.2026 18:42
Ministerpräsident Donald Tusk hat die Opposition und Kritiker einer engeren Zusammenarbeit mit Deutschland scharf angegriffen. Wer heute die Beziehungen zu Deutschland oder zur Ukraine beschädige, handle im Interesse Russlands, sagte Tusk am Mittwoch auf einer Pressekonferenz in Warschau.
Oppositionspolitiker Jarosław Kaczyński (PiS)
Oppositionspolitiker Jarosław Kaczyński (PiS)RAFAL OLEKSIEWICZ/REPORTER

„Deutschland ist unser Verbündeter, die Ukraine ist unser Verbündeter“, erklärte der Regierungschef. Wer die Ukraine angreife, unterstütze indirekt Russland. Dasselbe gelte für Politiker, die antideutsche Ressentiments schürten und versuchten, die Beziehungen zwischen Warschau und Berlin zu zerstören. „So einfach ist das“, sagte Tusk.

Der Ministerpräsident begründete seine Position mit der aktuellen Sicherheitslage in Europa. Nach Einschätzung der Regierung befinde sich der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine in einer entscheidenden Phase. Je schwieriger die militärische Lage Russlands an der Front werde, desto größer sei die Gefahr von Provokationen gegen die östlichen Mitgliedstaaten der NATO.

Tusk kündigte in diesem Zusammenhang an, dass in der kommenden Woche in Danzig ein Treffen der Staaten an der NATO-Ostflanke stattfinden werde. Parallel dazu soll dort auch eine internationale Konferenz zum Wiederaufbau der Ukraine abgehalten werden.

Die Äußerungen fielen am Tag der Unterzeichnung eines neuen deutsch-polnischen Abkommens zur militärischen Zusammenarbeit. Das Abkommen soll die Zusammenarbeit bei Militärübungen, Logistik, Cyberabwehr und anderen sicherheitspolitischen Fragen vertiefen.

In Polen wird die Vereinbarung von Teilen der Opposition kritisch bewertet. Auch Präsident Karol Nawrocki hatte sich zuletzt skeptisch gegenüber einer engeren politischen Anbindung an Deutschland geäußert. Außenminister Radosław Sikorski hatte deshalb erklärt, die Regierung habe sich bewusst für ein Abkommen auf Ministerebene entschieden. Ein umfassender Staatsvertrag nach dem Vorbild der jüngst geschlossenen Vereinbarungen mit Frankreich und Großbritannien hätte die Zustimmung des Präsidenten erfordert und wäre politisch umstritten gewesen.


IAR/jc

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