Polens Justizminister Waldemar Żurek betonte, dass die Bekämpfung der Korruption unter Kriegsbedingungen besonders schwierig sei. Gleichzeitig sei sie eine wichtige Voraussetzung für den Wiederaufbau des Landes.
EU-Erweiterungskommissarin Marta Kos verwies auf die Arbeit der ukrainischen Antikorruptionsbehörden NABU und SAP. „Wenn Korruptionsfälle aufgedeckt werden, bedeutet das, dass diese unabhängigen Institutionen funktionieren“, sagte sie. Der erste Verhandlungskomplex im EU-Beitrittsprozess der Ukraine betreffe Rechtsstaatlichkeit sowie unabhängige Justiz- und Antikorruptionsinstitutionen.
Ein weiterer Schwerpunkt der Konferenz ist die Zusammenarbeit ukrainischer Regionen mit internationalen Partnern. Der Gouverneur der Region Mykolajiw, Witalij Kim, erklärte, Dänemark habe in den vergangenen Jahren rund 170 Millionen Euro für den Wiederaufbau seiner Region bereitgestellt und weitere 225 Millionen Euro für die kommenden drei Jahre zugesagt.
Der frühere dänische Botschafter in der Ukraine, Ole Egberg Mikkelsen, sagte, zunächst seien in Mykolajiw die Trinkwasserversorgung und die Wärmeversorgung wiederhergestellt worden. Anschließend seien unter anderem Müllfahrzeuge sowie Busse und Straßenbahnen finanziert worden, um das Funktionieren der Stadt zu sichern.
Auf der Konferenz präsentieren zudem zahlreiche Unternehmen ihre Technologien für den Wiederaufbau und die Verteidigung der Ukraine. Ein ukrainischer Hersteller stellte eine Drohne vor, die ohne GPS über das Internet gesteuert werden könne und dadurch widerstandsfähiger gegen elektronische Störmaßnahmen sei.
Die Wiederaufbaukonferenz findet seit 2022 jährlich statt. Frühere Gastgeber waren Lugano, London, Berlin und Rom.
IAR/jc