Deutsche Redaktion

Klitschko wirbt für Wiederaufbau nach polnischem Vorbild

27.06.2026 07:44
Der Bürgermeister von Kiew, Witali Klitschko, hat auf der Ukraine-Wiederaufbaukonferenz im polnischen Danzig für eine enge Zusammenarbeit mit Polen geworben. Die Ukraine könne beim Wiederaufbau ihres Landes vom Nachbarland lernen, sagte Klitschko am Rande der Konferenz.
Witali Klitschko
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Polen habe sich seit dem Ende der kommunistischen Herrschaft grundlegend verändert und gehöre heute zu den erfolgreichsten Ländern Europas. Diese Entwicklung solle der Ukraine als Vorbild dienen. „Wir müssen es in der Ukraine genauso machen wie Polen“, sagte Klitschko.

Immer wenn ich nach Polen komme, bin ich ein wenig neidisch. Ich war zum ersten Mal zu Sowjetzeiten hier, im Jahr 1988. Ich erinnere mich, wie arm Polen damals war. Das Land war ein einziger großer Basar. Seitdem komme ich jedes Jahr nach Polen. Ich sehe, wie sehr sich Polen verändert hat. Heute gehört Polen zu den erfolgreichsten Ländern Europas, die gewaltige Fortschritte bei der Infrastruktur gemacht haben. Die Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger ist ein hervorragendes Beispiel dafür. Das bedeutet: Wir müssen es in der Ukraine genau so anpacken, wie Polen es getan hat.

Auf Fragen zum diplomatischen Streit zwischen Polen und der Ukraine betonte der Bürgermeister die konstruktive Atmosphäre der Konferenz. Jetzt gehe es darum, nach vorne zu blicken und gemeinsam an der Zukunft zu arbeiten. Entscheidend sei es, Synergien zu schaffen und den Wiederaufbau des Landes voranzubringen.

Wir müssen nach vorn blicken und nach Synergien suchen, damit wir gemeinsam Erfolg haben. Das ist das wichtigste Ziel dieser Konferenz. Ohne ständig zurückzuschauen müssen wir die Gegenwart gestalten und gemeinsam unsere Zukunft aufbauen.

Klitschko hob zudem die Bedeutung verlässlicher Informationen im Kampf gegen russische Desinformation hervor. Informationen seien ebenso wichtig wie andere Mittel der Verteidigung. Die ukrainischen Behörden setzten verstärkt auf digitale Kommunikationswege, um die Bevölkerung mit objektiven Informationen zu versorgen und den Einfluss russischer Propaganda einzudämmen.

Mit Blick auf den kommenden Winter verwies der Bürgermeister auf die schwierige Lage der ukrainischen Hauptstadt. Kiew arbeite weiter am Ausbau der Wärmeversorgung. Die Modernisierung des in der Nachkriegszeit errichteten Systems sei angesichts begrenzter finanzieller Mittel, fehlenden Personals und knapper Zeit eine große Herausforderung.

Nach den Worten Klitschkos ist eine stabile Ukraine auch von zentraler Bedeutung für die Sicherheit Europas. Der Wiederaufbau des Landes sei deshalb nicht nur eine nationale, sondern eine gesamteuropäische Aufgabe.


IAR/euronews/jc

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