Deutsche Redaktion

Ukrainische Drohnen greifen Ölraffinerien tief im russischen Hinterland an

28.06.2026 09:52
Die Ukraine hat in der Nacht mehrere Angriffe auf die russische Ölindustrie durchgeführt. Ziele waren unter anderem Raffinerien in der südrussischen Region Krasnodar sowie in der Region Jaroslawl nordöstlich von Moskau. Beide Anlagen liegen mehrere hundert Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt.
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Bild:Exilenova+, Telegram

In der Stadt Slawjansk am Kuban in der Region Krasnodar geriet nach Behördenangaben eine Raffinerie in Brand. Die Regionalverwaltung erklärte, herabfallende Trümmer einer abgeschossenen Drohne hätten das Feuer ausgelöst. Videos in sozialen Medien zeigten Flammen und dichte Rauchwolken über dem Industriegelände. Eine unabhängige Bestätigung der Aufnahmen liegt bislang nicht vor.

Die Raffinerie zählt zu den größten des Landes. Sie verarbeitet jährlich mehrere Millionen Tonnen Rohöl und gilt als wichtiger Lieferant von Treibstoff für die von Russland besetzte Halbinsel Krim. Zudem exportiert sie Ölprodukte über Häfen am Schwarzen Meer.

Auch in der Region Jaroslawl wurde nach Angaben des Gouverneurs Michail Jewrajew eine Raffinerie Ziel eines ukrainischen Drohnenangriffs. Die Anlage liegt rund 250 Kilometer nordöstlich von Moskau und etwa 700 bis 800 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt. Über das Ausmaß möglicher Schäden machten die Behörden zunächst keine Angaben.

Die ukrainische Regierung äußerte sich nicht offiziell zu den Angriffen. Präsident Wolodymyr Selenskyj veröffentlichte jedoch ein Video und erklärte, die ukrainischen Streitkräfte setzten ihre Operationen zur Schwächung der russischen Kriegsfähigkeit fort.

Die Angriffe sind Teil einer seit Monaten verstärkten ukrainischen Strategie gegen die russische Energieinfrastruktur. Ziel ist es, die Versorgung der russischen Streitkräfte zu erschweren und Einnahmen aus dem Ölgeschäft zu verringern, mit denen Moskau seinen Angriffskrieg finanziert. Nach Berichten russischer Medien und Behörden haben inzwischen mehr als 20 Regionen des Landes den Verkauf von Kraftstoffen eingeschränkt. Immer wieder kommt es zu Engpässen an Tankstellen.

Russland setzte seine Angriffe auf die Ukraine unterdessen fort. In der Nacht griffen russische Streitkräfte die ukrainische Hauptstadt Kiew mit Raketen an. Nach Angaben der Behörden wurde mindestens ein Mensch verletzt. Außerdem brachen an mehreren Orten Brände aus. Bürgermeister Witali Klitschko teilte mit, die Luftabwehr sei im Einsatz gewesen und rief die Bevölkerung auf, Schutzräume aufzusuchen.


IAR/jc