Die Verdächtigen wurden in den vergangenen Tagen bei einer gemeinsamen Aktion des Inlandsgeheimdienstes ABW und des Grenzschutzes in Warschau sowie in Wrocław, Kraków, Zakopane und Bydgoszcz festgenommen. Nach Angaben der Behörden sollen alle elf aus Polen ausgewiesen werden. Der für die polnischen Geheimdienste zuständige Minister Tomasz Siemoniak erklärte, die Verdächtigen hätten seit Herbst vergangenen Jahres Teilnehmer für Demonstrationen innerhalb der ukrainischen Flüchtlingsgemeinschaft angeworben und bezahlt.
Nach Erkenntnissen des ABW wurden die Aktivitäten von Russland aus finanziert und gesteuert. Sie seien Teil eines Versuchs gewesen, die in Polen lebenden ukrainischen Flüchtlinge zu beeinflussenden. Die Mission der Verdächtigen sei es gewesen, schrittweise Einfluss auf die ukrainische Flüchtlingsgemeinschaft auszuüben. Diese sei zur Verbreitung politischer Parolen und Narrative angeregt worden.
Nach Angaben des ABW haben die Organisatoren durch emotional aufgeladene Themen, darunter Berichte über Korruptionsskandale in der Ukraine, Menschen zur Teilnahme an den Demonstrationen bewegt. Die Einflusskampagne sei „ein Beispiel für Aktivitäten unterhalb der Schwelle einer konventionellen Aggression“, erklärte der Geheimdienst. Ziel sei es gewesen, das Vertrauen der Öffentlichkeit zu untergraben, gesellschaftliche Spannungen zu schüren und Menschen auszunutzen, die vor dem Krieg in der Ukraine geflohen waren.
Polen wirft Russland seit Beginn der groß angelegten Invasion der Ukraine im Jahr 2022 wiederholt hybride Operationen gegen Polen und andere NATO-Staaten vor. Dazu zählen Desinformationskampagnen, Cyberangriffe und Sabotageakte.
IAR/PR/ABW/ps