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Nach NATO-Gipfel: „Europa übernimmt mehr Verantwortung für die Verteidigung des Bündnisses“

09.07.2026 07:25
Polens Außen- und Verteidigungsminister haben am Mittwoch die Ergebnisse des NATO-Gipfels in Ankara begrüßt. Ihnen zufolge wollen die europäischen Bündnispartner mehr Verantwortung für die gemeinsame Verteidigung des Bündnisses und die Rüstungsproduktion übernehmen.
Die Vizepremiers: Verteidigungsminister Władysław Kosiniak-Kamysz (L) und Auenminister Radosław Sikorski (R) bei einem Medientreffen in der 1. Transportflugbasis in Warschau am 8. Juli. Die Minister fr Verteidigung und Auenpolitik kehrten aus Ankara zurck, wo sie gemeinsam mit dem polnischen Prsidenten Karol Nawrocki am NATO-Gipfel teilgenomme
Die Vizepremiers: Verteidigungsminister Władysław Kosiniak-Kamysz (L) und Außenminister Radosław Sikorski (R) bei einem Medientreffen in der 1. Transportflugbasis in Warschau am 8. Juli. Die Minister für Verteidigung und Außenpolitik kehrten aus Ankara zurück, wo sie gemeinsam mit dem polnischen Präsidenten Karol Nawrocki am NATO-Gipfel teilgenommePAP/Piotr Nowak

Vizepremier und Außenminister Radosław Sikorski erklärte nach dem Gipfel in Ankara, das zweitägige Spitzentreffen sei erfolgreicher verlaufen als von Warschau erwartet. Vizepremier und Verteidigungsminister Władysław Kosiniak-Kamysz teilte mit, die NATO-Mitglieder hätten vereinbart, dass Europa künftig eine größere Rolle bei der konventionellen Verteidigung des Kontinents, der Rüstungsproduktion und der Sicherung militärischer Lieferketten übernehmen werde.
„Das Bündnis geht gestärkt aus diesem Gipfel hervor“, sagte Kosiniak-Kamysz nach seiner Rückkehr nach Warschau vor Journalisten. Sikorski betonte, die polnische Delegation unter Leitung von Präsident Karol Nawrocki habe auf dem Gipfel eine geschlossene Position vertreten. Die Prioritäten Warschaus hätten sich sowohl in den Beratungen als auch in der Abschlusserklärung des Gipfels widergespiegelt.

Zu den Prioritäten Polens zählte Kosiniak-Kamysz die Entscheidung der NATO, ihr Treibstoff-Pipelinenetz weiter nach Osten auszubauen. NATO-Generalsekretär Mark Rutte erklärte am Mittwoch, die Bündnisstaaten hätten ein Investitionsprogramm im Umfang von 27 Milliarden Euro zur Modernisierung des Treibstoffversorgungsnetzes beschlossen. Geplant seien auch neue Pipelines bis in die östlichen Mitgliedstaaten.

Das bestehende Central Europe Pipeline System (CEPS) versorgt NATO-Stützpunkte und zivile Flughäfen in Westeuropa mit Treibstoff. Es endet jedoch in Westdeutschland und reicht weder bis nach Polen noch in die baltischen Staaten. Warschau setzt sich seit Langem für eine Erweiterung des Netzes ein, um die logistische Unterstützung der NATO-Ostflanke zu stärken.

„Wir bleiben im selben Team“
Auf Fragen zur scharfen Kritik von US-Präsident Donald Trump an Spanien während des Gipfels sowie zu seinen erneuten Forderungen nach einer US-Kontrolle über Grönland erklärte Sikorski, das Treffen habe dennoch die Geschlossenheit des Bündnisses unter Beweis gestellt. „Moskau hat keinen Grund, mit dem Ergebnis dieses Gipfels zufrieden zu sein“, sagte er. „Das Bündnis geht gestärkt daraus hervor – mit neuen Zusagen für höhere Verteidigungsausgaben und der festen Überzeugung, dass wir weiterhin im selben Team bleiben.“
Sikorski begrüßte zudem Trumps Ankündigung, der Ukraine eine Lizenz zur Herstellung von Raketen für das Luftverteidigungssystem Patriot zu erteilen. Dies werde die Fähigkeit des Landes stärken, sich gegen Russland zu verteidigen.

Kosiniak-Kamysz erklärte, Europa habe seine Verteidigungsausgaben im vergangenen Jahr deutlich erhöht und den Abstand zu den Vereinigten Staaten damit verringert. Zugleich betonte er, Polen sei von den Bündnispartnern wiederholt als eines der führenden Länder beim Beitrag zur kollektiven Verteidigung hervorgehoben worden.

Die Staats- und Regierungschefs der 32 NATO-Mitgliedstaaten haben in Ankara in der Abschlusserklärung ihre „unerschütterliche Verpflichtung“ zur kollektiven Verteidigung nach Artikel 5 des Washingtoner Vertrags bekräftigt. Die europäischen Bündnispartner und Kanada würden künftig auch mehr Verantwortung für die Sicherheit der Allianz übernehmen. Nawrocki erklärte auf einer Pressekonferenz, der Gipfel habe die Geschlossenheit der NATO und ihr Bekenntnis zur kollektiven Verteidigung bestätigt. Die wichtigsten sicherheitspolitischen Ziele Polens seien erreicht worden.

IAR/PR/ps

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