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Rzeczpospolita: Zahl von Hassdelikten gegen Ukrainer steigt

17.07.2026 11:50
In Polen melden Ukrainer deutlich häufiger Hassdelikte. Experten verweisen auf russische Propaganda im Netz, politische Zuspitzung und Spannungen um Wolhynien.
Der Streit zwischen Kiew und Warschau um die Geschichtspolitik spitzt sich weiter zu.
Der Streit zwischen Kiew und Warschau um die Geschichtspolitik spitzt sich weiter zu.canva

Die Zahl der von Ukrainern in Polen gemeldeten Hassdelikte ist nach einem Bericht der Zeitung „Rzeczpospolita“ deutlich gestiegen. Das Blatt beruft sich auf Daten des Hauptkommandos der Polizei. Demnach erstatteten ukrainische Staatsbürger im ersten Halbjahr 2026 insgesamt 180 Anzeigen wegen mutmaßlicher Hassverbrechen. Das entspricht einem Anstieg um rund 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Wenn sich der Trend fortsetzt, könnte die Zahl der Meldungen bis Jahresende auf etwa 360 steigen und damit einen Höchststand erreichen. Nach Angaben der Zeitung berichten Betroffene unter anderem von Schlägen, Hassbotschaften und verbalen Beleidigungen. Besondere Aufmerksamkeit erregte zuletzt die grobe Beschimpfung zweier elfjähriger Mädchen in einem Stadtbus in Bielsko-Biała.

Trolle, Polarisierung, Wolhynien

Als mögliche Ursachen nennen von „Rzeczpospolita“ zitierte Experten mehrere Faktoren. Dazu zählen aggressive Inhalte im Internet, die Verbreitung russischer Propaganda und Trollaktivitäten sowie zugespitzte politische Debatten. Auch diplomatische Spannungen um die Erinnerung an die Massaker in Wolhynien spielten demnach eine Rolle.

Der Wolhynien-Komplex wird nach Einschätzung von Beobachtern immer wieder von russischen Narrativen instrumentalisiert, um Misstrauen zwischen Polen und Ukrainern zu schüren. 

IAR/PAP/adn

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