Deutsche Redaktion
Folge uns auf Google

Folge uns auf Google, um unsere News immer ganz oben zu sehen.

Demonstrationen in Polen gegen wachsende Feindseligkeit gegenüber Ukrainern

23.07.2026 11:04
In Warschau und Wrocław/Breslau haben Polen, Ukrainer und Belarussen gegen zunehmende Anfeindungen gegenüber Ukrainern in Polen demonstriert. Die Kundgebungen folgten mehreren Übergriffen auf ukrainische Staatsangehörige sowie einer Zunahme antieuropäischer und antiukrainischer Hetze in den sozialen Medien.
Bild:
Bild:PAP/Marcin Obara

Vor der ukrainischen Botschaft in Warschau skandierten die Teilnehmer „Lassen wir uns nicht spalten“ und trugen Transparente mit Aufschriften wie „Stoppt den Hass“ und „Wir stehen an eurer Seite“.

Der Organisator der Kundgebung, der belarussische Journalist Dzmitry Hałko, sprach von einer spontanen Reaktion auf die jüngsten fremdenfeindlichen Vorfälle. „Bots können nicht auf die Straße gehen – Menschen schon“, sagte er. Für August oder September kündigte er einen landesweiten „Marsch der Freundschaft“ an.

Auch der Publizist Jerzy Wójcik warnte vor einer Eskalation der Spannungen zwischen Polen und Ukrainern. „Jemand musste endlich laut sagen: Schluss damit. Wenn wir diese Spirale weiterlaufen lassen, wird das in einer Katastrophe für die Beziehungen zwischen unseren Ländern enden“, erklärte er.

Auslöser der Proteste waren unter anderem mehrere Angriffe auf Ukrainer in Polen. In Bielsko-Biała wurde ein Mann angeklagt, der drei Ukrainerinnen – darunter zwei elfjährige Mädchen – in einem Linienbus beleidigt haben soll. In Gliwice wurde ein ukrainischer Staatsbürger mit einem Baseballschläger angegriffen. Zudem verbreitete sich im Internet ein Video, das radikale Aktivisten beim Eindringen in die Niederlassung eines ukrainischen Unternehmens zeigt.

Nach Einschätzung polnischer Behörden und Experten wird die Entwicklung durch russische Desinformationskampagnen verstärkt. Analysen weisen auf eine deutliche Zunahme antiukrainischer Inhalte in den sozialen Netzwerken hin. Besonders häufig werde versucht, historische Konflikte – darunter die Verbrechen in Wolhynien während des Zweiten Weltkriegs – für aktuelle politische Spannungen zwischen Polen und Ukrainern zu instrumentalisieren.

Auch der Inlandsgeheimdienst ABW sieht darin eine gezielte Strategie Moskaus. Ziel sei es, Spannungen zwischen beiden Gesellschaften zu verschärfen und das Vertrauen in die polnisch-ukrainischen Beziehungen zu untergraben.


IAR/jc

 

11 Festgenommene wegen russischer Einflussoperation gegen ukrainische Flüchtlinge

30.06.2026 06:50
Der polnische Inlandsgeheimdienst ABW hat neun ukrainische und zwei weißrussische Staatsangehörige festgenommen. Sie sollen im Rahmen einer russischen Einflussoperation Demonstrationen unter ukrainischen Flüchtlingen in Polen organisiert haben, teilten die Behörden am Montag mit.

Regierung warnt vor russischer Einflussnahme auf KI-Systeme

01.07.2026 09:51
Russland versucht zunehmend, Künstliche Intelligenz durch gezielt verbreitete Desinformation zu beeinflussen. Moskau flute das Internet mit Propaganda, um Sprachmodelle und Chatbots mit prorussischen Inhalten zu speisen, sagte der Sonderbeauftragte des Außenministeriums für die Bekämpfung von Desinformation, Tomasz Chłoń, dem Polnischen Rundfunk.