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Ausstellung über die Mode des Warschauer Aufstands

28.07.2026 11:02
Tarnjacken, Militärmäntel, Blusen aus Fallschirmseide, Reithosen, hohe Lederstiefel, sowie die charakteristischen rot-weißen Armbinden der Aufständischen: Rund 100 Exponate zeigt die neue Ausstellung „Geflecht. Kann ein Kleid zur Uniform werden? Wie der Krieg die Kleidung der Warschauer veränderte“ im Museum des Warschauer Aufstands. Die Ausstellung wird am Dienstag eröffnet.
Opaska noszona przez żołnierzy Armii Krajowej
Opaska noszona przez żołnierzy Armii KrajowejWikipedia/Maciej Szczepańczyk

Die Schau zeichnet den Wandel der Bewohner des Vorkriegs-Warschau nach – von den eleganten Einwohnern einer Metropole, die in den 1930er Jahren als Zentrum der polnischen Mode galt, über improvisierte Änderungen von Kleidung während der deutschen Besatzung bis hin zu den Kämpfern des Warschauer Aufstands, die meist in ziviler Kleidung mit einer weiß-roten Armbinde kämpften.

„Seidenkrawatten und elegante Kleider weichen Kleidungsstücken aus Stoffresten. Aus einem Statussymbol wird zunächst ein Mittel zum Überleben und schließlich ein Zeichen der Zugehörigkeit“, erklären die Kuratoren das Konzept der Ausstellung.

Museumsdirektor Jan Ołdakowski betonte, gepflegte Kleidung habe während der Besatzungszeit eine besondere symbolische Bedeutung gehabt. „Die Menschen wollten den deutschen Besatzern zeigen, dass ihr Versuch gescheitert war, die Warschauer zu entwürdigen. Eleganz wurde zu einer Form des Widerstands“, sagte er.

Zu den bedeutendsten Exponaten zählt die Jacke des Regisseurs und Heimatarmee-Soldaten Antoni Bohdziewicz, der während des Aufstands die Filmchronik der Kämpfe leitete. Er trug die Jacke während der gesamten 63 Tage des Aufstands und auch noch viele Jahre nach dem Krieg.

Ein weiterer Schwerpunkt der Ausstellung ist das Schuhwerk der Aufständischen. Besonders begehrt waren hohe Lederstiefel, die Schutz beim Durchqueren der Trümmer boten. Frauen trugen häufig Sandalen aus Wildleder, Seil oder Kork, teilweise auch Holzschuhe.

Darüber hinaus erinnert die Ausstellung an die berühmten Modehäuser des Vorkriegs-Warschau, darunter das traditionsreiche Modehaus Herse sowie das Kaufhaus der Brüder Jabłkowski. Viele der eleganten Kleidungsstücke wurden während der Besatzung umgearbeitet und den schwierigen Lebensbedingungen angepasst. Kleidung verlor ihren repräsentativen Charakter und wurde zum praktischen Mittel des Überlebens.


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Besonderes Augenmerk gilt den weiß-roten Armbinden, die den zivilen Kämpfern den Status eines Aufständischen verliehen. Die oft verblassten Stoffbänder mit dem Stempel der Polnischen Armee waren vielfach das einzige Erkennungszeichen und zugleich Symbol des geleisteten Eides und der Bereitschaft zum Kampf.

Die Ausstellung erzählt auch die Geschichte der Sanitäterin Krystyna Wańkowicz, der Tochter des Schriftstellers Melchior Wańkowicz. Sie zog zunächst in Rock und Bluse in den Aufstand, schnitt nach ihrer Ankunft bei ihrer Einheit ihre langen Zöpfe ab und zog eine Tarnjacke an. Sie fiel am sechsten Tag des Aufstands im Warschauer Stadtteil Wola. Ihre Mutter suchte nach dem Krieg lange vergeblich nach ihrer Tochter und orientierte sich dabei an deren ziviler Kleidung – ohne zu wissen, dass Krystyna inzwischen eine Uniform getragen hatte.


Żołnierze batalionu "Parasol" w czasie Powstania Warszawskiego. W środku Mara Stypułowska-Chojecka "Kama". Fot. Wikimedia commons/dp Żołnierze batalionu "Parasol" w czasie Powstania Warszawskiego. W środku Mara Stypułowska-Chojecka "Kama". Fot. Wikimedia commons/dp

Die Ausstellung wurde anlässlich des 82. Jahrestags des Warschauer Aufstands konzipiert. Kuratoren sind Adam Jeżewski und Dorota Rakowska. Sie ist vom 29. Juli 2026 bis Juni 2027 im Museum des Warschauer Aufstands zu sehen.

 

IAR/PAP/jc

Erinnerungen einer Warschauer Aufständischen erscheinen als Buch

23.07.2026 09:58
Die Erinnerungen der Warschauer Aufständischen und Pianistin Danuta Dworakowska sind erstmals als Buch erschienen. Die Autobiografie mit dem Titel „Pianistka. Między dzieciństwem a zdziecinnieniem” („Die Pianistin. Zwischen Kindheit und Kindlichkeit“) ist die erste Buchveröffentlichung der Geschichtskampagne „BohaterON – Schalte die Geschichte ein!“.

Gedenken an die Soldaten des AK-Verbandes „Żywiciel“ in Warschau

27.07.2026 09:55
Mit einem militärischen Ehrenappell, einer Salve und Kranzniederlegungen ist im Warschauer Stadtteil Żoliborz der Soldaten des AK-Verbandes „Żywiciel“ gedacht worden. Die Gedenkfeier fand wenige Tage vor dem 82. Jahrestag des Warschauer Aufstands statt. In Żoliborz hatten die Kämpfe am 1. August 1944 bereits mehrere Stunden vor dem offiziellen Beginn des Aufstands um 17.00 Uhr begonnen.