Der von den ersten Windkraftanlagen von Baltic Power erzeugte Strom wurde über das Umspannwerk Choczewo in Osieki Lęborskie in der Woiwodschaft Pommern in das nationale Stromnetz eingespeist. Erstmals in der Geschichte stammt damit Strom im polnischen Netz aus einem Offshore-Windpark in der Ostsee.
Das Erreichen des Meilensteins „First Power“ bedeutet noch nicht die vollständige Inbetriebnahme des Windparks. Nun werden schrittweise weitere Windkraftanlagen zugeschaltet und Turbinen, Kabelverbindungen, Steuerungssysteme sowie die Netzinfrastruktur getestet. In der Ostsee wurden bislang 54 der insgesamt 76 geplanten Windkraftanlagen installiert. Der Abschluss der Installationsarbeiten und die vollständige kommerzielle Inbetriebnahme sind für die zweite Jahreshälfte 2026 vorgesehen.
An der Zeremonie zum Beginn der Stromeinspeisung hat auch Kanadas Minister für Energie und natürliche Ressourcen, Tim Hodgson, teilgenommen. Wie die kanadische Zeitung „The Globe and Mail“ berichtete, habe der Minister die Investition im Wert von rund 6 Milliarden US-Dollar als den Auftakt für eine ganze Reihe potentieller Projekte Polens und Kanadas genannt - von weiteren Offshore-Projekten und Energiespeichern bis hin zur Kernenergie.
Polens erster Offshore-Windpark
Baltic Power ist ein Gemeinschaftsprojekt von ORLEN, das 51 Prozent der Anteile hält, und dem kanadischen Unternehmen Northland Power mit 49 Prozent. Der Windpark entsteht rund 23 Kilometer vor der Küste auf Höhe von Choczewo und Łeba und erstreckt sich über eine Fläche von etwa 130 Quadratkilometern. Nach Abschluss der Bauarbeiten soll Baltic Power jährlich rund 4 Terawattstunden Strom erzeugen. Das entspricht dem Bedarf von mehr als 1,5 Millionen Haushalten und rund drei Prozent des derzeitigen Stromverbrauchs in Polen. Nach Angaben der Investoren lassen sich dadurch im Vergleich zur Stromerzeugung aus konventionellen Energiequellen jährlich rund 2,8 Millionen Tonnen Kohlendioxid einsparen.
Polen will seine installierte Leistung in der Offshore-Windenergie bis 2030 auf rund 5,9 Gigawatt ausbauen. Bis 2040 soll sie auf etwa 18 Gigawatt steigen. Am Ausbau des Sektors sind derzeit rund 500 polnische Unternehmen beteiligt, darunter Hersteller von Komponenten sowie Bau-, Technologie-, Logistik- und Dienstleistungsunternehmen.
IAR/PR/ps