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Ex-Verteidigungsminister: „Wir verlieren langsam den Krieg“

26.08.2026 09:27
Die Ukraine verliert nach Einschätzung des früheren ukrainischen Verteidigungsministers Mychajlo Fedorow den Krieg gegen Russland. „Es sieht so aus, als würden wir langsam, allmählich verlieren“, sagte Fedorow der Nachrichtenagentur Reuters. Gleichzeitig betonte er, dass die Ukraine weiterhin Chancen auf einen Sieg habe. Entscheidend sei jedoch ein konkreter Plan zur Beendigung des Krieges.
Fedorow sieht vor allem beim Einsatz moderner Technologien groes Potenzial.
Fedorow sieht vor allem beim Einsatz moderner Technologien großes Potenzial.Ukrinform/East News

Fedorow, der zuvor Minister für digitale Transformation war, bezeichnete die aktuelle Lage als Wendepunkt für die weitere Entwicklung des Krieges. Die Ukraine schöpfe ihre technologischen und organisatorischen Möglichkeiten noch nicht vollständig aus, sagte er.

„Ich denke, wir befinden uns derzeit an einem Wendepunkt, der unsere künftige Entwicklung bestimmen wird. Es sieht jedoch so aus, als würden wir allmählich und langsam den Krieg verlieren.“

Insbesondere bei der Entwicklung und dem Einsatz moderner Waffensysteme sieht Fedorow Nachholbedarf. Dazu zählt er autonome Drohnen mit künstlicher Intelligenz, kostengünstige Abfangraketen sowie die Weiterentwicklung eines ukrainischen Programms für ballistische Raketen. Zahlreiche ukrainische Unternehmen arbeiteten bereits an entsprechenden Technologien. Es fehle jedoch an einer abgestimmten Strategie, um diese im großen Maßstab einzusetzen.

Fedorow plädiert zudem für eine stärkere Automatisierung der Front. Elektronische Sensoren könnten gegnerische Kräfte aufspüren, während Boden- und Luftdrohnen einen größeren Teil der Kampfaufgaben übernehmen sollten. Dadurch könnten ukrainische Soldaten aus besonders gefährlichen Bereichen zurückgezogen werden.

„Technologien, die die Russen vollständig stoppen könnten, existieren bereits“, sagte Fedorow. Sie würden jedoch wegen fehlender strategischer Vision nicht ausreichend eingesetzt.

Der ehemalige Minister äußerte sich zugleich kritisch über die politische Führung seines Landes. Er sprach von weit verbreiteter Korruption, Einflussnetzwerken und mangelnder Unabhängigkeit staatlicher Institutionen unter Präsident Wolodymyr Selenskyj.

Fedorow war von 2019 bis 2023 Minister für digitale Transformation der Ukraine und anschließend kurzzeitig Verteidigungsminister.

Reuters/jc

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